Copyshops: 400 Prozent Aufschlag durch Computergebühr

7. März 2009, 14:58
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Fünf Seiten Schwarzweißdruck um 2,23 Euro

Das Ausdrucken bzw. Kopieren von Dokumenten über Selbstbedienungscomputer in Copyshops via USB-Stick kann die Preise um bis zu 400 Prozent verteuern. Dies hat ein Lokalaugenschein von pressetext in Wien Ende Januar 2009 ergeben. So musste etwa in der Franchise-Kette Repa Copy in einer Wiener Filiale für das Benützen des Computers eine Gebühr von 1,80 Euro bezahlt werden. Die fünf ausgedruckten Schwarz-Weiß-Seiten kamen daher auf einen Gesamtpreis von 2,23 Euro statt 0,43 Euro für den bei Repa Copy handelsüblichen Preis von fünf Kopien - eine Verteuerung von über 400 Prozent.

Kosten

Repa-Copy-Franchise-Geschäftsführer Helmut Partsch erklärt im Interview die Grundlagen der Gebühr: "Wir verwalten weit über 700 IP-Adressen in unseren Franchisebetrieben und auf unseren Computern sind lizenzierte Anwenderprogramme installiert. In der Zentrale arbeiten acht EDV-Mitarbeiter. Fast täglich wird einer der 700 Rechner mit einer Störung gewartet oder erneuert.“ Weiters führt Partsch Kosten für Software, Urheberrechtsabgabe und andere Faktoren wie etwa Hardware an, die das Einheben der Gebühr rechtfertigen sollen. Seine Schlussfolgerung: „All dies kann über die Verrechnung normaler Klickpreise natürlich nicht mehr kostendeckend sein. Es gibt daher zwei Möglichkeiten. Der DigiPrint wird teurer oder die Zusatzkosten werden getrennt verrechnet. Repa Copy hat sich für den zweiten Weg entschieden." Im Jahr 2008 lag der Anteil von DigiPrint bei Repa Copy bereits bei fast 50 Prozent mit stark steigender Tendenz.

Selbstbedienung

Dass die Selbstbedienungscomputer das Personal entlasten und daher der Kunde in Zukunft weniger Mitarbeiter-Ressourcen beim Ausdrucken von Dokumenten in Anspruch nimmt, lässt Partsch nicht gelten. "Leider gilt dies derzeit nur bei sehr wenigen Kunden. Zuerst müssen wir Zeit investieren", so Partsch, der auch auf die massive Marktbereinigung der letzten Jahre verweist. "50 Prozent aller Copyshops sind vom Markt verschwunden. Warum wohl?". Außerdem führt der Geschäftsführer an, dass bei den Mitbewerbern im Gegensatz zu Repa Copy im Voraus Wertkarten gekauft werden müssen.

Alternativen

Dennoch bieten andere Copyshops das Ausdrucken über Selbstbedienungscomputer ohne zusätzliche Gebühr an. So verlangt etwa die Kette "Die Kopie" von Wertkartenbesitzern (mind. 50 Kopien) keine Computerbenützungsgebühr - die fünf Seiten hätten im teuersten Fall 0,39 Euro gekostet. Wenn der Kunde keine Wertkarte besitzt, fällt eine Gebühr von einem Euro an (Gesamtpreis 1,39 Euro im Vergleich zu 2,23 Euro). Rein rechtlich spricht nichts gegen eine (erhöhte) Benützungsgebühr von Selbstbedienungscomputern, wie auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bestätigt. Der Kunde solle sich in diesem Fall sein eigenes Urteil bilden. (pte)

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Druck auf Kopie-Taste kann teuer werden
    pte

    Druck auf Kopie-Taste kann teuer werden

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