Paris, London, Turin, Tokio

6. März 2009, 19:13
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Paris muss es billiger geben

"Formule crise" steht auf der Tafel, darunter der Preis für Tagesteller plus Dessert: 3,90 Euro. Dieses Angebot macht Christopher Guesnon einmal in der Woche in seinem "La Cabane" in Saint-Malo. Nicht alle Wirte hier goutieren Guesnons Krisenoperation, die ihm kaum Profit, aber viel Mundpropaganda einbringt.

Ein Blick in die Restaurants genügt, um festzustellen: Die Franzosen gehen weniger oft auswärts essen als im vergangenen Jahr. In Paris, wo die Preise von jeher höher liegen als in der Provinz, zieht die Branche nur langsam nach. Viele Restaurants bleiben weiterhin fast extrem teuer. Aber wer etwas sucht, findet auch hier Menü-Schnäppchen. Das "Café du Commerce" im Trendquartier Butte aux Cailles senkte sein Dreigängemenu zum Beispiel vor 20 Uhr von 18 auf 12 Euro.

"La Cantoche" in der Rue Montmartre bietet Rabatte von bis zu 30 Prozent. Den Espresso gibt es jetzt für 1,65 Euro (statt 2,20), die Karaffe Wein für 8 Euro (statt 11), den Tagesteller für 12 Euro (statt 14). Die bekannte "Chope du Château Rouge" auf dem Montmartre-Hügel verteilt freitags und samstags ohne Aufschlag einen Teller Couscous, wenn man ein Getränk bestellt. Die Aktion hat so viel Erfolg, dass sich die Leute am Eingang und an den Tischen drängeln. Für den Wirt rechnet sich's, und die Gäste freuen sich, mit anderen Kunden beim Essen Bekanntschaft zu schließen. Womit erwiesen ist, dass man sich in der Krise auch näherkommen kann. (Stefan Brändle aus Paris)

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