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Karl Shaw: "Five People Who Died During Sex. And 100 Other Terribly Tasteless Lists". € 8,99 / 289 Seiten. Broadway Books, NY 2008
Sie verfallen über der Lektüre von Börsenzetteln und anderer ernster Literatur leicht in Trübsinn? Sie sind Inhaber eines eher rustikaleren Humors? Und Sie verabscheuen Konversationslexika, die mit Einzelheiten aus dem Verdauungstrakt von Nacktmullen langweilen? Dann sind Sie bei Karl Shaw richtig. Herr Shaw, ein Gelehrter ersten Ranges, kompiliert Rankings. "Schrecklich geschmacklose Listen", wie er sie nennt, die sich ausschließlich aus historisch einigermaßen belegten Tatsachen zusammensetzen.
So ist bei ihm zu erfahren, dass König Louis XIV. nur dreimal in seinem Leben gebadet hat - jedes Mal unter Protest (Rang sieben unter den "10 großen Stinkern der Geschichte"). George Bernard Shaw seinerseits litt unter Koitophobie (Platz sieben, "Zehn Phobien berühmter Menschen). Die Nummer eins der "Zwölf Meilensteine der Mundhygiene" ist Hippokrates mit seinem Ratschlag, eine Zahnpaste, hergestellt aus drei Mäusen und einem Feldhasen zu verwenden. John Thrift (Fünfter, "Zehn berühmte Henker") war der schlechteste Henker, den die Stadt London je beschäftigt hat. Er konnte kein Blut sehen, brach in unpassenden Momenten in Tränen aus und fiel hie und da in Ohnmacht. Dazu war seine Köpfkunst bescheiden, mehrere Axthiebe die Regel. Bei Thrifts Beerdigung bewarf das nachtragende Londoner Publikum den Sarg mit toten Katzen.
Die Nummer eins der "Fünf beim Sex Verstorbenen"? Frankreichs Präsident Felix Fauré. Wie genau? Selbst lesen. (Christoph Prantner/DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. 3. 2009)
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Auf der ORF-Website geht es (oder ging es?) übrigens eine Spur weniger pietätvoll zu:
http://science.orf.at/science/news/79245
(zugleich eine Info über seltsame Todesfälle im Tierreich).
(nachdem ich diesen Artikel las, wusste ich sofort, wem das gefallen würde) - und es ist wirklich sehr, sehr gut angekommen. Es wurde auch schon vom Beschenkten mehrfach weiterempfohlen.
Natürlich habe ich das Buch auch lesen "müssen". Manche Auflistungen sind wirklich "terribly tasteless" -> also bei lebhafter Phantasie und gutem Vorstellungsvermögen sollte man das nicht rund um die Essenszeit lesen ;-)
Mein Fazit unterm Strich:
das Buch ist bestens geeignet für Leute, die schräge Dinge unnötigen Wissens mögen :-))
Klingt in der Tat wie ein Muss bzw. Must Have.
Da Sie sich als Suchenden bekennen (und der Trend geht ja zum Zweitbuch): was ich persönlich auch empfehlen kann, ist ein Werk des schwarzen amerikanischen Humors mit dem leicht irreführenden deutschen Titel "Der kleine Hypochonder Lexikon der eingebildeten Krankheiten" (Autor: Dennis DiClaudio). Der englische Titel "The Hypochondriac's Guide: Pocket Guide to Horrible Diseases You Probably Already Have" vermittelt nicht nur eine bessere Vorstellung von seinem Inhalt, sondern auch von der Art des Humors, in der sich der Autor ergeht. (Erschienen bei Goldmann, erstanden als Ramsch).
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