Tiere als "Schauspieler"

8. März 2009, 18:34
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Verhaltensbiologin: Tiere sichern sich Aufmerksamkeit auf ähnliche Weise wie Akteure auf der Bühne

Bielefeld - Nach neuen Erkenntnissen der Verhaltensforschung sichern sich Tiere auf ähnliche Weise Aufmerksamkeit wie Theaterschauspieler. Beide nutzen vergleichbare Strategien, um Beobachter von sich zu überzeugen, sagte die Verhaltensbiologin Silke Kipper vom Institut für Biologie der Freien Universität Berlin anlässlich einer Tagung zur Erforschung von Publikumseffekten an der Universität Bielefeld.

Ähnlich wie der Buchfink, der zunächst eine Strophe immer wieder singt und dann plötzlich wechselt, setzten auch Bühnendarsteller auf das Überraschungsmoment. "Mit solchen Effekten wird im Theater und im Tierreich gearbeitet", sagte die Verhaltensbiologin.

Beobachtung

Nach ihren Erkenntnissen nutzen sowohl Tiere als auch Menschen zum Beispiel bunte Farben oder schnelle Bewegungen, um Blicke auf sich zu lenken. "Wir alle verändern unser Verhalten, wenn uns jemand beobachtet. Im Theater ist diese Situation sehr bewusst inszeniert", so Kipper. "Schauspieler haben sich bewusst entschieden, beobachtet zu werden." Menschen hätten im Vergleich zu Affen und Co die Möglichkeit, ihr Benehmen gezielt zu ändern. Im Tierreich geschehe das nur intuitiv. "Aber auch Tiere verhalten sich anders, je nachdem, wer zuschaut", erläuterte die Verhaltensbiologin.

Ein solches Gebaren diene bei Tieren vor allem dazu, das andere Geschlecht von sich zu überzeugen. Auch Tiere versuchten, sich selbst "in ein gutes Licht zu rücken". Das sei bei Bühnendarstellern natürlich ähnlich. Aber ob nun im Tierreich oder auf der Theaterbühne - nach Ansicht von Kipper steht fest: "Das Publikum hat einen Effekt." (APA/dpa)

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