Seselj plädiert in neuer Anklage auf nicht schuldig

6. März 2009, 16:07
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Serbischem Ultranationalisten drohen bis zu sieben Jahren Haft

Den Haag/Belgrad - Der Chef der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS), Vojislav Seselj, hat heute, Freitag, vor dem UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien auf nicht schuldig plädiert. In einer gegen ihn erhobenen neuen Anklage wird Seselj die Missachtung des Haager Gerichtes vorgeworfen.

In einem von ihm verfassten Buch soll Seselj die Identität von drei geschützten Zeugen in dem gegen ihn geführten Kriegsverbrechen-Verfahren enthüllt haben. Er veröffentlichte auch Auszüge aus den schriftlichen Aussagen dieser Zeugen vor dem UNO-Tribunal, was ebenfalls untersagt ist.

Dem serbischen Ultranationalisten drohen nun aufgrund der neuen Anklage bis zu sieben Jahren Haft. Möglich ist auch eine Geldbuße in Höhe von 100.000 Euro, oder beide Strafen.

Seselj ist außerdem wegen Kriegsverbrechen in Bosnien und Kroatien angeklagt. Dieses seit Ende 2007 geführte Verfahren wurde am 11. Februar bis auf weiteres vertagt. Auf Antrag der Anklage beschloss der zuständige Tribunalssenat, die verbliebenen Zeugen zunächst nicht anzuhören, weil ihre Sicherheit "nicht gewährleistet" werden könnte. Seselj hatte sich im Februar 2003 freiwillig dem Haager Gericht gestellt und befindet sich seitdem im Tribunalsgefängnis in Scheveningen. Er hat auch im Gefängnis die Kontrolle über seine Partei in Belgrad nicht aufgegeben. (APA)

 

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