Märklin-Erbe will Betrieb mit Partnern übernehmen

6. März 2009, 15:24
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Übernahmeangebot möglichst noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April

Göppingen - Ein Märklin-Erbe will gemeinsam mit strategischen Partnern den insolventen deutschen Modellbahnhersteller übernehmen. Die auf den Mittelstand und Asien spezialisierte Beratungsfirma Klein & Coll habe ein entsprechendes Mandat eines ehemaligen Märklin-Gesellschafters erhalten, sagte Michael Keller, Teilhaber bei Klein & Coll, am Freitag in Griesheim (Hessen) der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Danach soll es sich um Susanne Kind-Friz handeln. Dies wollte der Teilhaber jedoch nicht kommentieren.

Er sagte lediglich, das Familienmitglied wolle einen einstelligen Millionenbetrag investieren. Ein Übernahmeangebot solle möglichst noch vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April gemacht werden. In den vergangenen Tagen hätten bereits erste Gespräche mit möglichen strategischen Partnern in Asien begonnen - vier hätten ihr Interesse signalisiert. Sie wollten die Vertriebskanäle von Märklin nutzen, um eigene Produkte in den Markt zu bringen - etwa Kleidung für Kinder. Daher müsse ein potenzieller Partner nicht unbedingt aus dem Bereich Spielwaren kommen. "Die Marke Märklin ist eine Eintrittskarte in verschiedene Märkte", sagte Keller.

Susanne Kind-Friz ist nach Zeitungsangaben Nachfahrin von Emil Friz, der 1892 als Geldgeber in die Firma eintrat. Kind-Friz war vor dem Verkauf von Märklin an den britischen Finanzinvestor Kingsbridge im Jahr 2006 mit fast 20 Prozent größte Aktionärin bei Märklin. Die 23 Familiengesellschafter sollen ihre Anteile für 13 Mio. Euro verkauft haben, heißt es in dem Bericht. Weitere 15 Mio. Euro sollten ihnen zufließen, wenn der Finanzinvestor die Firma nach erfolgreicher Sanierung weiterverkauft hätte.

Das Traditionsunternehmen Märklin hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet. Betroffen davon sind derzeit nur die deutschen Standorte. Märklin beschäftigt nach eigenen Angaben insgesamt 1.300 Menschen, in Deutschland sind es rund 650 Beschäftigte in Göppingen und 60 Mitarbeiter in Nürnberg. Das Nürnberger Werk soll allerdings geschlossen werden. Ob die Mitarbeiter entlassen werden und wann das Werk geschlossen wird, steht noch nicht fest. Bisher haben nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters rund 60 potenzielle Investoren ihr Interesse an dem Unternehmen angemeldet. (APA/dpa)

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