Höchste Arbeitslosigkeit seit Jahrzehnten

6. März 2009, 16:43
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Die Arbeitslosigkeit in den USA ist im Februar auf 8,1 Prozent gestiegen. Das ist die höchste Arbeitslosenquote in den USA seit 25 Jahren

Washington - Die tiefe Rezession hat die Arbeitslosigkeit in den USA auf den höchsten Stand seit mehr als 25 Jahren getrieben. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar um einen halben Prozentpunkt auf 8,1 Prozent und damit so hoch wie seit Dezember 1983 nicht mehr, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Allein im vergangenen Monat strichen die Unternehmen 651.000 Stellen. Es gebe nichts positives, was man aus diesen Daten herauslesen könne, sagte Präsidentenberaterin Christina Romer dem Sender CNBC. "Es ist schrecklich."

Seit Beginn der Rezession vor mehr als einem Jahr fielen 4,4 Mio. Arbeitsplätze weg, mehr als die Hälfte davon in den vergangenen vier Monaten. Für den Anstieg der Arbeitslosigkeit seien überwiegend Entlassungen verantwortlich, sagte Keith Hall von der zuständigen Behörde. Arbeitnehmer, die freiwillig ihren Job aufgäben, oder neu auf den Arbeitsmarkt drängende Menschen spielten dagegen eine geringere Rolle.

Revidierte Daten

Die Situation verschärfte sich zum Jahresende drastisch. Das Ministerium revidierte die Daten um insgesamt 161.000 verlorene Stellen nach oben. Im Dezember fielen nun 681.000 Jobs weg - so viele wie seit Oktober 1949 nicht mehr. Auch für Jänner wurde die Zahl nach oben korrigiert - auf 655.000. "Bisher hatten wir keinen Monat mit mehr als 600.000 gestrichenen Arbeitsplätzen", sagte Nigel Gault von Global Insight. "Jetzt sind es gleich drei." Zwar sei die Zahl für Februar in etwa so hoch ausgefallen wie von Analysten erwartet. Es bestehe aber die Gefahr, dass auch diese Daten noch nach oben revidiert werden. An den Börsen wurden die Zahlen dennoch zunächst mit Kursgewinnen quittiert, weil sie nicht noch schlimmer ausgefallen waren.

Im Februar wurden in den meisten Bereichen Arbeitsplätze gestrichen; lediglich bei Behörden, im Bildungswesen und im Gesundheitssektor wurden neue Stellen geschaffen. Die schlechten Nachrichten vom Arbeitsmarkt verdüstern die Aussichten für die US-Wirtschaft, weil viele Haushalte nun gezwungen sind, ihre Ausgaben einzuschränken. Der private Konsum macht aber etwa zwei Drittel der Wirtschaftsleistung in den USA aus.

Die US-Notenbank malte zuletzt ein düsteres Bild für die Konjunktur. Die Geschäftswelt erwarte nicht, dass sich die trüben Aussichten vor Ende des Jahres oder Anfang 2010 wieder aufhellten, schrieb die Federal Reserve in ihrem Konjunkturbericht "Beige Book". Fed-Banker Richard Fisher schließt zudem nicht mehr aus, dass die im Dezember 2007 begonnene Rezession zwei Jahre dauern könnte. (APA/Reuters)

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