Gleichberechtigung entscheidend im Kampf gegen Armut

6. März 2009, 14:52
1 Posting

Migrantinnen sind besonders "verletzlich" - Situation für Frauen hat sich in Mittelmeer-Region nicht verbessert

Wien - Gleichberechtigung und die Übertragung von Verantwortung an Frauen in den ärmsten Ländern seien entscheidende Faktoren im Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheiten, so der Generaldirektor der in Wien ansässigen UNO-Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) Kandeh Yumkella am Freitag anlässlich des Weltfrauentages am 8. März in einer Aussendung.

Yumkella begrüßte ein internationales Kolloquium zu Frauen in Führungspositionen, Friede und Sicherheit, das im liberianischen Monrovia an diesem Wochenende stattfinden soll. "Es gibt noch viel zu tun, weil keine beständige Lösung der gravierendsten sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme ohne eine volle und gleichberechtigte Beteiligung von Frauen gefunden werden kann." Internationale Institutionen sollten sich unter anderem für die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen engagieren.

Kampagne "HungerFree"

Im Zuge der Kampagne "HungerFree" forderten 80.000 Frauen aus armen Regionen ihr Recht auf Land ein, berichtete ActionAid. "Es gibt kein Schnellrezept Hunger zu beenden, aber eine Langzeit-Lösung. Zugang und Kontrolle für Frauen zu Land ist die Antwort", sagte Everjoice Win von ActionAid. "In armen Ländern produzieren Frauen 60 bis 80 Prozent der Lebensmittel, aber ihnen gehört nur ein Prozent des Landes." Daher müsse in weibliche Landwirte investiert werden. Regierungen sollten ihre Rechte auf Land schützen und sie bei Bewässerung und Bebauung unterstützen.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) erklärte zum Weltfrauentag, besonders Migrantinnen seien bedroht Opfer von Gewalt zu werden. "Frauen und Mädchen sind aufgrund ihres erhöhten Risikos, Opfer von Ausbeutung und Gewalt zu werden, von den aus der Migration resultierenden Gefahren besonders betroffen, insbesondere wenn sie zur Migration gezwungen wurden oder sich in einer irregulären Situation befinden", so die stellvertretende IOM-Generaldirektorin Ndioro Ndiaye. Um der besonderen Verletzlichkeit von Frauen in der Migration entgegenzuwirken, müsse jeder Staat weltweit dafür sorgen, dass alle Migranten unabhängig von ihrem legalen Status leicht Zugang zu funktionierender und leistbarer Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung haben, forderte IOM.

Gleichberechtigung noch immer kein Kernstück

Die Situation in Bezug auf Frauenrechte habe sich im Mittelmeer-Raum in den vergangenen Jahren kaum verändert, kritisierte das "Euro-Mediterranean Human Rights Network" in einer Mitteilung. Gleichberechtigung der Geschlechter sei noch immer kein Kernstück der Mittelmeerländer-Partnerschaft, der Europäischen Nachbarschaftspolitik und werde in der neuen Mittelmeerunion nicht erwähnt. Klare Ziele seien nicht festgesetzt worden. Der sogenannte "Istanbul Aktionsplan" einer Mittelmeer-Konferenz von 2006 sei weitgehend unbekannt. Heuer soll eine weitere Konferenz auf Ministerebene zu diesem Thema stattfinden. (APA)

Share if you care.