Unverzichtbares Potenzial von Wissenschafterinnen

6. März 2009, 14:37
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Vizerektorin der Medizinischen Universität sieht Gleichstellung der Frauen in allen Gremien nur durch eine Quote gesichert

Wien - Für die Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien (MUW), Karin Gutierrez-Lobos, ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Gremien der Universität ist  nur über die Einführung einer Quotenregelung möglich. "Zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Universitäten können es sich nicht mehr leisten, auf das enorme Potenzial ihrer Wissenschafterinnen zu verzichten", sagte Gutierrez-Lobos am Freitag in einer Aussendung anlässlich des Weltfrauentags am Sonntag.

Die Vizerektorin für Personalentwicklung und Frauenförderung forderte "Evaluierung und Transparenz der neuen Steuerinstrumente", darunter die Leistungsvereinbarungen, hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Gleichstellung. Mittels gezielter Gleichstellungsinstrumente sei es an der MUW im Jahr 2008 gelungen, den Frauenanteil bei Berufungen für Professuren auf "immerhin" ein Drittel zu erhöhen.

"Science goes Gender"

"Zur Verringerung der leaky pipeline - also der Tatsache, dass mit jeder weiteren Karrierestufe der Frauenanteil an den Unis sinkt - ist in erster Linie die Nachwuchsförderung von Wissenschafterinnen notwendig, um nachhaltige Veränderungen zu erzielen." Dazu zähle etwa die Vergabe von längerfristigen Stipendien und Förderprogrammen als bisher, so die Initiatorin der Wissenschafterinnenplattform "Science goes Gender".

Die Rektorin der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien, Dagmar Hackl verwies in einer Aussendung auf aktuelle Probleme weiblicher Führungskräfte in der Bildung und Forschung in Österreich: Nachdem Ada Pellert, ehemalige Vizerektorin, die Donau-Uni Krems verlassen habe und Ingela Bruner als Rektorin der Universität für Bodenkultur zurückgetreten sei, verliere der Bereich Bildung mit Heidrun Strohmeyer "eine weitere kompetente Frau an seiner Spitze". Unterrichtsministerin Claudia Schmied plant die Streichung der von Strohmeyer geleiteten Sektion V in ihrem Ministerium, die u.a. für die Erwachsenenbildung zuständig ist. Die Fälle bezeichnete Hackl, als "eine Negativserie, die uns nicht nur anlässlich des Frauentags 2009 zu denken geben sollte". (APA)

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