Verschrottung von "mehr privat, weniger Staat"

6. März 2009, 14:11
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"Zerstörerische Wirtschaftsdogmen" wurden vor dem Parlament symbolisch verschrottet - Jede 7. Frau unter der Armutsgrenze

Wien - In Österreich muss jede siebente Frau mit einem Einkommen unter der Armutsgrenze (rund 900 Euro) auskommen. 234.000 sind von akuter Armut betroffen. Im Zuge der Wirtschaftskrise sei mit einer weiteren Verschärfung zu rechnen, sagte Michaela Moser von der Armutskonferenz am Freitag anlässlich des Weltfrauentages am 8. März.

Symbolische Verschrottungsaktion

Verschrottungsprämien für alte Autos werden der Situation ihrer Meinung nach genauso wenig gerecht wie milliardenschwere Rettungspakete für Banken. Die Krise sollte vielmehr "an der Wurzel bekämpft und dazu genutzt werden, sich endlich von überholten und zerstörerischen Wirtschaftsdogmen abzuwenden und in Maßnahmen für eine sozial- und geschlechtergerechte Politik zu investieren."

Zu verschrotten gäbe es aktuell weit mehr als nur Autos, sagte Moser bei einer symbolische Verschrottungsaktion, die vor dem Parlament veranstaltet wurde. Zu den zur Verschrottung freizugebenden "zerstörerischen Wirtschaftsdogmen" zählen laut Moser beispielsweise der Glaube an grenzenloses Wachstum und endlosen Konsum auf Kosten von Umwelt und Sozialem. Auch die Devise "Mehr Privat, weniger Staat" sollte verschrottet werden. (APA)

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