Sieben Monate Haft für Stalkerin

6. März 2009, 13:44
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Die Schweizerin hatte dem Mann hunderte Liebesbriefe und Geschenke geschickt - mit Video

Eine Lehrerin, die einen Pfarrer über zehn Jahre lang verfolgt hatte, ist am Freitag zu sieben Monaten Haft - ein Monat davon bedingt - verurteilt worden. Die 58-jährige Schweizerin zeigte sich geständig, dem Seelsorger Liebesbriefe geschickt und ihn unter anderem mit Rasierwasser, weißen Rosen und Keksen beschenkt zu haben. "Ich liebe ihn in der christlichen Liebe", betonte sie.

"Meine Mandantin ist sehr religiös. Der Herr Pfarrer ist für sie eine religiöse Identifikationsfigur gewesen", deponierte Verteidigerin Astrid Wagner zu Beginn der Verhandlung. Er sei wie ein Bruder für sie gewesen. Sie habe ihn in Österreich besucht, "weil der Pfarrer besonders schöne Predigten und besonders schöne Messfeiern hält". Sein nunmehriger Wirkungsort sei eine "lebendige Pfarre".

Job verloren

Die Lehrerin hatte in Folge ihrer Inhaftierung ihren Job verloren. Damit kann die 58-Jährige noch heute das Gefängnis verlassen und in ihre Heimat zurückkehren. Die Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith bescheinigte der Angeklagten eine schwere Persönlichkeitsstörung und eine erhebliche Minderung der Impulskontrolle. Schuldausschließungsgründe lägen allerdings keine vor, Zurechnungsfähigkeit sei damit gegeben.

Hunderte Briefe und E-Mails mit Liebesbeteuerungen und bis zu 20 Anrufe täglich hatte der Pfarrer bereits erhalten. Die Schweizerin, die den Seelsorger in seinem früheren Wirkungsort in Freiburg im Breisgau kennengelernt hatte, reiste auch regelmäßig nach Wien, wo sie Geschenke für ihn hinterlässt und seine Nähe sucht.

Der Eidgenossin dürfte es allerdings um mehr als spirituelle Inspiration gegangen sein: Eines Tages trat sie vor den 37-jährigen Gottesmann und eröffnete ihm: "Ich liebe dich und du mich. Du weißt es nur noch nicht. Wir sind füreinander geschaffen." Danach versuchte sie, seine Hose zu öffnen und flüsterte dabei: "Nur ein Mal!" (APA)

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