Cydia Store will Apples AppStore-Monopol brechen

6. März 2009, 14:09
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Entwickler von offiziell abgelehnten iPhone-Apps eröffnen ihre eigenen Marktplätze

Entwickler, die iPhone-Apps offiziell anbieten möchten, müssen ihre Anwendungen von Apple absegnen lassen. Viele kritisieren den langwierigen Autorisierungsprozess, zudem fallen viele Anwendungen durch Apples Auswahlverfahren durch. Einige Entwickler planen daher nun, iPhone-Stores auf eigene Faust zu eröffnen, wie das Wall Street Journal berichtet.

Jailbreak

Um inoffizielle Apps auf dem iPhone nutzen zu können, muss das Handy vorher geknackt werden. Dieser Vorgang (Jailbreak) ist selbst für Laien durchführbar, da Entwickler wie das iPhone Dev Team mittlerweile auch auf die einfache Benutzbarkeit ihrer Tools achten. Der Entwickler des alternativen Installers Cydia will nun seinen eigenen Store öffnen.

Geschätzte 800 Millionen Dollar Umsatz

Mit dem App Store will Apple kontrollieren, dass keine schädliche und unerwünschte Software auf das iPhone gelangt. Andererseits schneidet Cupertino mit 30 Prozent der Einnahmen natürlich kräftig mit. Offizielle Zahlen gibt Apple nicht bekannt. Schätzungen zufolge soll der App Store im vergangenen Jahr jedoch 150 Millionen Dollar umgesetzt haben, und 2009 800 Millionen Dollar umsetzen. Verkaufen Entwickler ihre Apps in eigenen Stores, entgeht Apple damit natürlich ein Batzen Geld. Nach Angaben von Apple wurden bereits über 500 Millionen Applikationen aus dem Online-Shop heruntergeladen.

Zweite Chance für verschmähte Apps

In den inoffiziellen Stores können Programme verkauft werden, die Apple selbst nicht zulassen würde. Das gilt sowohl für Anwendungen, die dieselbe Funktion wie Apples eigene Programme bieten, als auch für Apps, deren Inhalte Apple nicht behagen. Ein Start-up plant beispielsweise Games für Erwachsene anzubieten. Die Liste der abgelehnten Apps ist mittlerweile lang. Der Entwickler von Cycorder, das dem iPhone Camcorder-Funktionalitäten spendiert, hat nun beschlossen mit Cydia Store einen eigenen Marktplatz für verschmähte Apps zu öffnen. Laut Cydia-Entwickler Jay Freeman wurde seine Software Cydia bereits auf 1,7 Millionen iPhones installiert. Sein eigener Store soll dem WSJ-Bericht zufolge noch am Freitag seine Tore öffnen.

Urheberrechtsverletzung

Das Problem ist allerdings: das Verändern der iPhone-Software verstößt gegen Apples Nutzungsbedingungen. Im vergangenen Monat hat der Hersteller beim US-Copyright Office ein Ansuchen eingereicht, laut dem die Modifizierung der iPhone-Software eine Urheberrechtsverletzung darstellt und daher illegal ist. Bislang hat Apple jedoch noch keine rechtlichen Schritte gegen die Entwickler von Jailbreak-Tools eingeleitet. Freeman hat zur Sicherheit aber bereits einen Anwalt engagiert. (red)

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