Kernel-Entwickler stellen Xen-Aufnahme in Frage

6. März 2009, 13:39
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Neuerlicher Versuch die Virtualisierungstechnologie in den Kernel zu pushen führt zu ausführlichen Diskussionen

Bereits seit geraumer Zeit bemühen sich die EntwicklerInnen des Xen-Projekts um die Aufnahme ihres Codes in den Linux-Kernel. Während die Unterstützung für den Gastmodus (DomU) bereits integriert wurde, steht man mit dem Code für die privilegierte Domäne (Dom0) weiter an. Nun hat man einen neuen Versuch gestartet und frische Patches an die Kernel-Mailing-Liste geschickt - nur um damit grundlegende Fragen aufzuwerfen.

Kritik

So stellt Kernel-Co-Maintainer Andrew Morton die Frage in den Raum, ob es überhaupt noch Sinn mache den Xen-Code zu integrieren. Immerhin stelle Xen quasi den "alten Weg" zur Virtualisierung dar, während bereits integrierte Lösungen wie KVM ihre Anhängerschaft rasant ausbauen. Insofern sei die Frage, ob man die Integration des Xen-Codes nicht auf Dauer bereuen würde, schließlich sei dieser Schritt mit einem nicht zu unterschätzenden Wartungsaufwand verbunden.

Hintergrund

Gerade seit der Übernahme von XenSource durch Citrix haben immer mehr Unternehmen aus dem Linux-Umfeld Xen den Rücken gekehrt. So hat etwa Red Hat erst vor kurzem eine Virtualisierungsstrategie ausgegeben, in deren Zentrum voll und ganz KVM steht, auch Canonical / Ubuntu setzt auf die schlankere Alternative. Selbst bei Novell mehren sich die Zeichen einer verstärkten Ausrichtung auf KVM. (apo)

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