Houska-Preis an TU Graz

6. März 2009, 13:17
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Bauingenieure für Entwicklung nachhaltiger Brückenbausysteme unter Einsatz eines neuen Materials ausgezeichnet

Graz - Der mit 100.000 Euro dotierte Dr. Wolfgang-Houska-Preis, eine Auszeichnung für besonders praxisorientierte Projekte an Österreichs Universitäten, geht zum dritten Mal an die Technische Universität (TU) Graz. Ausgezeichnet wurde ein Team um die Bauingenieure Lutz Sparowitz und Bernhard Freytag für die Entwicklung nachhaltiger Brückenbausysteme unter Einsatz des neuen mineralischen Baustoffs UHPC (ultra high performance concrete).

Der 2. Platz geht an Bernhard Lendl vom Institut für Chemische Technologien und Analytik der Technischen Universität Wien für das Projekt "Quantenkaskadenlaser basierte Messgeräte für die Prozess- und Umweltanalytik". Mit dem 3. Platz wird Christian Weiß von der Montanuniversität Leoben, Institut für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes, für das Projekt "Tailored powders - Innovative Prozessroute zur Herstellung feinster Aluminiumpulver durch Schmelzeverdüsung" ausgezeichnet.

Platz Eins: Brückenbau

Die Grazer Bauingenieure setzen beim Brückenbau auf einen neuen mineralischen Baustoff, der gleich wie normaler Beton in einem Kaltgussverfahren mit geringem Energieaufwand verarbeitet wird, aber weit bessere Eigenschaften im Hinblick auf Festigkeit und chemische Widerstandsfähigkeit aufweist. Für Infrastrukturbauwerke wie etwa Brücken bedeutet diese Entwicklung eine wahre Revolution: Die Lebensdauer der Bauwerke wird etwa verdoppelt, die Kosten deutlich reduziert.

Der 2. und 3. Platz

"Quantenkaskadenlaser basierte Messgeräte für die Prozess- und Umweltanalytik": Die um Bernhard Lendl an der TU Wien entwickelte Methode basiert auf einer Extraktion der Wasserprobe mit einem zyklischen Kohlenwasserstoff und der selektiven Quantifizierung der extrahierten Kohlenwasserstoffe durch Messung ihrer C-H Deformationsschwingungen mittels eines Quantenkaskadenlasers.

"Tailored powders - Innovative Prozessroute zur Herstellung feinster Aluminiumpulver durch Schmelzeverdüsung" von Christian Weiß von der Montanuniversität Leoben: Durch den kombinierten Einsatz von messtechnischer Diagnose, Modellbildung und numerischer Simulation gelang die Entwicklung eines neuartigen, verbesserten Zerstäubungskonzeptes für Aluminiumschmelze. Erstmalig ist es dadurch möglich, eine bisher unerreichte zeitliche Konstanz der Pulvereigenschaften über den Produktionszyklus hin zu erzielen.

Hintergrund

Der Houska Preis wurde im Juni 2005 erstmals verliehen und ist nach dem im selben Jahr verstorbenen Vorstandsvorsitzenden der B & C Privatstiftung, Dr. Wolfgang Houska, benannt. Mit dem Preis soll ein Anreiz für die Universitäten geschaffen werden, ihre Ergebnisse in Kooperation mit der österreichischen Wirtschaft in die Praxis umzusetzen. Jede Universität schlägt drei Projekte vor.

Für den Dr. Wolfgang-Houska-Preis 2008 waren 25 Projekte eingereicht worden, die von einem Fachbeirat und einer fünfköpfigen Jury geprüft und bewertet wurden. Für Österreichs höchstdotierten Wirtschaftsaward werden insgesamt 230.000 Euro ausgeschüttet. Für das Siegerprojekt erhält das Projektteam 100.000 Euro, der 2. Platz ist mit 50.000 Euro und der 3. Platz mit 30.000 Euro dotiert. Weiters erhält jedes der zehn nominierten Institute, einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro, gab die B & C Privatstiftung auf Anfrage bekannt. (APA/red)

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