Diagonale stellt ihr Programm 2009 vor

6. März 2009, 12:09
5 Postings

Eröffnung am 17. März - insgesamt 237 Filme und Videos auf dem Programm - Andreas Prochaska erhält Erich-Neuberg-Preis

Graz - Das österreichische Filmfestival Diagonale, das heuer erstmals unter der Leitung von Barbara Pichler steht, zeigt von 17. bis 22. März in vier Grazer Kinos insgesamt 237 Filme und Videos. Daneben gibt es Specials, die sich mit Mara Mattuschka und Stefan Krohmer beschäftigen. Eröffnet wird das Festival am 17. März in der Helmut-List-Halle mit Marco Antoniazzis "Kleine Fische". Ergänzend ist eine Ausstellung von Dariusz Kowalski ("Interrogation Room"), der den diesjährigen Trailer gestaltete, im Kunsthaus zu sehen.

Schwerpunkt Dokumentarfilme

"2008 war ein starkes Jahr für den österreichischen Film", meinte Barbara Pichler bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag in Graz. Insgesamt wurden 500 Streifen eingereicht, wobei sich ein starker Trend zum Dokumentarfilm abzeichnete. Als Spielfilm-Uraufführung wird heuer Michael Glawoggers "Contact High" gezeigt. Zu sehen ist außerdem "Schottentor" von Caspar Pfaundler. "Der Film sucht nach einer anderen Erzählform. Die Charaktere sind auf der Suche nach sich selbst, nach dem Lebenssinn", beschrieb Pichler. Zwei Männer, die nichts verbindet, als das beide am Wendepunkt ihre Lebens stehen zeigt "Rimini", eine Arbeit von Peter Jaitz.

Einer der Dokumentarfilme ist "Gangster Girls" von Tina Leisch, der den Alltag in einem Frauengefängnis zeigt. "Oceanul Mare" von Katharina Copony beschäftigt sich mit zwei Chinesen und einer Chinesin in Bukarest, die nach der Revolution 1989 ihren Alltag meistern. Eine Uraufführung ist "Cash & Marry" von Atanas Georgiev: Junge Mazedonier kommen mit Studentenvisa nach Österreich, um sich hier um sich hier eine Braut zu kaufen und durch eine Scheinehe eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen.

"Werkschau"

Im Rahmen der sogenannten "Werkschau" werden Filme wie "La Boheme" (Robert Dornhelm), "Echte Wiener -Die Sackbauer Saga" (Kurt Ockermüller) oder "Hexe Lilli" (Stefan Ruzowitzky) gezeigt, die bereits im Kino zu sehen waren. Der Filmemacherin Mara Mattuschka ist eine Personale gewidmet, bei der in vier Programmen ihre wichtigsten Werke zusammengefasst werden. Dabei ist auch ihre einzige Arbeit in Spielfilmlänge, "Der Einzug des Rokoko ins Inselreich der Huzzis" zu sehen. Der deutsche Filmemacher Stefan Krohmer ist mit fünf Arbeiten vertreten, darunter der Film "Dutschke", der als Work-in-progress vorgestellt wird, da er noch nicht fertig ist.

Das Budget bewegt sich laut Pichler in gleicher Höhe wie im Vorjahr und beträgt inklusive Sachzuwendungen 1,4 Millionen Euro. Bisher hat man zwar vom Bund nichts bekommen "wir hoffen aber wie alle anderen auf eine Erhöhung, obwohl in der gesamten Kulturbranche die Angst vor Kürzungen besteht". Derzeit, so Pichler, sei der Filmbereich in der glücklichen Lage, bisher keine Kürzungen erfahren zu haben. (APA)


Andreas Prochaska erhält Erich-Neuberg-Preis

Wien - Regisseur Andreas Prochaska ("Zodiak", "In 3 Tagen bist du tot") erhält den Erich-Neuberg-Preis 2008. Ausgezeichnet wird Prochaska für sein vom ORF mit ARTE koproduziertes TV-Drama "Der erste Tag" über einen fiktiven AKW-Störfall, das nach einem Drehbuch von Susanne Freund entstand. Die ORF-Filmauszeichnung für eine herausragende Fernsehproduktion des vorangegangenen Programmjahres wird auch heuer wieder im Rahmen des Filmfestivals Diagonale vergeben und findet am 21. März statt.

"Auch wenn Film und Fernsehen schon lange erfunden sind, geht es beim Erich-Neuberg-Preis um sichtbare Zeichen von Qualität, um Einzigartigkeit, um das Beschreiten neuer Wege und die Konfrontation des Publikums mit herausfordernden Formen und Inhalten. Dies hat Andreas Prochaska mit 'Der erste Tag' auf vorbildliche Weise geleistet", wird ORF-Fernsehfilmchef und Jurymitglied Heinrich Mis in einer Aussendung zitiert.

Jury-Begründung

Die Jurybegründung hebt u.a. die Besonderheit dieses Films hervor: "Die Aufgabe und auch das Ziel, das sich Andreas Prochaska gesetzt hat, war, eine fachlich richtige, in sich stimmige, aber völlig erfundene Handlung zu inszenieren. Eine Handlung, die nicht direkt, sondern nur in ihren Konsequenzen sichtbar wird. Eine Handlung, die durch Nachrichten und Spekulationen in den Film hineingetragen wird. Das ist, nach Meinung der Erich-Neuberg-Preis-Jury, sehr gut gelungen."

Der mit 7.000 Euro dotierte Preis wird im Gedenken an den österreichischen Fernsehpionier Erich Neuberg (1928-1967) heuer zum 28. Mal vergeben. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an Elisabeth Scharang für "Franz Fuchs - Ein Patriot". (APA)

Share if you care.