Schlechte Bezahlung für Frauen im Finanzsektor

6. März 2009, 11:37
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Nur 4 Prozent weibliche Führungskräfte - Einer der Gründe sind männlich orientierte Unternehmenskulturen

Wien - Im österreichischen Finanzsektor stellen Frauen rund 55 Prozent der Beschäftigten, jedoch nur knapp 4 Prozent der Führungskräfte und verdienen weit weniger als Männer mit gleicher Qualifikation. Besonders bei der variablen Entlohnung ist die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern groß, geht aus einer Deloitte-Studie zur Gehaltssituation von Frauen in Finanzunternehmen hervor.

Verantwortlich für die geringere Entlohnung von Frauen seien viele Gründe, darunter auch männlich orientierte Unternehmenskulturen, wo männliche Führungskräfte wieder nur Männer fördern, "Eine Frau muss ein Mann sein, um Karriere zu machen", schloss Studienautorin Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte, aus der Untersuchung.

Ab dem 30. geht es abwärts

Bis zum Alter von 30 Jahren verläuft die Gehaltsentwicklung von Frauen und Männern annähernd gleich, bis zum Alter von 25 Jahren verdienen Frauen in Banken und Versicherungen sogar etwas mehr als Männer. Wentner erklärt dies mit einem höheren Anteil von Frauen, die in niedriger entlohnten Positionen einsteigen, etwa mit HAK-Matura.

Nach dem 30. Geburtstag verschiebt sich die Kurve jedoch dramatisch, Männer verdienen wesentlich mehr - und zwar auch, wenn die Teilzeitgehälter von Frauen auf Vollzeit umgerechnet werden. "Ab 30 macht man Karriere", erläuterte Wentner - jedenfalls klettern Männer die Karriereleiter hoch, während Frauen oft auf die "Gläserne Decke "stoßen. Akademikerinnen im Finanzsektor verdienen im Schnitt 42.000 Euro, ihre männlichen Kollegen mit Studienabschluss erhalten jedoch 55.000 Euro. (APA)

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