Verfahren gegen gewalttätigen Zeugen eingestellt

6. März 2009, 10:56
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Der Mann hatte am Gang des Gerichts einen Fotografen geschlagen

Graz - Das Verfahren wegen Körperverletzung gegen einen Zeugen, der im vergangenen September im Zivilprozesses von Brigitte Sirny gegen Martin Wabl ausgesagt hatte und am Gang des Gleisdorfer Bezirksgerichts einen Fotografen geschlagen hatte, ist eingestellt worden. Das Bezirksgericht hat die Angelegenheit als "geringfügig" beurteilt. Dagegen muss Ludwig Koch, der Vater von Natascha Kampusch, 500 Euro Geldstrafe zahlen, weil er den Zeugen im Zuge des selben Gerangels vor dem Saal an der Hand gepackt hatte.

Einem Bericht der "Kleinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe) zu Folge hatte der Fotograf durch den Schlag ins Gesicht am 18. September 2008 zwei beschädigte Zähne und eine kaputte Brücke davongetragen. Er zeigte den Zeugen wegen Körperverletzung an. Belegt wird die Tätlichkeit mit einem Schnappschuss, der den Schlag ins Gesicht des Fotografen abbildet.

Entscheidung unverständlich

Für den Verletzten ist die Entscheidung unverständlich, denn Koch hätte wegen der Nötigung sehr wohl eine Geldstrafe bezahlen müssen, die Tat sei außerdem mit dem Foto eindeutig belegt, so der Fotograf. Auch der Vater von Natascha Kampusch zeigte sich verärgert und will nicht zahlen. Er will es auf ein Gerichtsverfahren wegen versuchter Nötigung ankommen lassen.

Bei dem Zivilprozess von Brigitte Sirny, Natascha Kampuschs Mutter, gegen Martin Wabl ging es um die öffentlich kundgetane Meinung des pensionierten Richters, dass Sirny an der Entführung ihrer Tochter beteiligt gewesen sein soll. Im September klagte die 58-Jährige auf Unterlassung und bekam recht. (APA)

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