Ex-Chef der Hypo Real Estate will Millionen

6. März 2009, 16:30
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Nachdem Georg Funke wegen der Fast-Pleite des deutschen Bankenkonzerns gefeuert wurde, klagt dieser nun eine Millionen-Gage ein

München/Berlin - Der ehemalige Chef der deutschen Hypo Real Estate hat die vom Staat mit etlichen Milliarden vor der Pleite gerettete Immobilienbank auf Gehaltszahlungen von 3,5 Mio. Euro verklagt. Georg Funke hatte bei der HRE nach heftiger Kritik an seinem Krisenmanagement gehen müssen. Der Staat hatte den von Funke geführten ehemaligen Dax-Konzern zweimal binnen weniger Tage vor dem Aus bewahrt. Mittlerweile stützen der Bund und ein Bankenkonsortium das Münchner Institut mit über 102 Mrd. Euro. Die Gewerkschaft Ver.di wirft Funke "Schamlosigkeit" vor.

Funke verlange, dass sein Vorstandsvertrag erfüllt werde und die Pensionsansprüche bestehenblieben, sagte ein Sprecher des Landgerichts München I am Freitag. Die damit verbundenen Gehaltszahlungen beliefen sich dem Geschäftsbericht 2007 zufolge auf 800.000 Euro im Jahr. Sein Vertrag als Vorstandschef lief bis 2013. Für den Ruhestand hatte ihm die Münchner Bank seinerzeit 560.000 Euro im Jahr zugesichert. Funkes Anwalt Franz Ludwig Heiss war nicht zu erreichen.

Entsetzen

Gewerkschafts- und Aktionärsvertreter zeigten sich entsetzt über Funkes Klage. Es zeuge von einer "gestörten Wahrnehmung", wenn der für den Beinahe-Bankrott einer Bank verantwortliche Manager sein volles Gehalt für die nächsten Jahre einfordere, sagte Marco Cabras, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Verdi-Bayern-Sprecher Heinrich Birner spricht von beispielloser "Scham- und Maßlosigkeit". "Wir brauchen eine neue Debatte, wem Manager eigentlich verantwortlich sind: den Banken, den Aktionären oder den Bürgern", sagte er.

Die HRE hält die Kündigung Funkes im Dezember 2008 weiterhin für rechtmäßig. Das Arbeitsverhältnis sei aus "wichtigem Grund auf Basis von Untersuchungen und einem Rechtsgutachten" beendet worden. Darüber hinaus arbeiteten Vorstand und Aufsichtsrat mit Hochdruck daran, die Vergangenheit lückenlos aufzuklären. Da noch weitere Hilfen nötig sein dürften, will der Bund die marode Bank verstaatlichen, notfalls auch gegen den Willen der Aktionäre. Vor allem der US-Investor J.C. Flowers, der zusammen mit einer Beteiligungsgesellschaft 24 Prozent kontrolliert, sträubt sich gegen einen großangelegten Einstieg des Staates. In Berlin sagte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) im Bundestag, dass der Staat sich auf einer Hauptversammlung der Bank Anfang April die Mehrheit sichern wolle. Gelinge dies nicht oder nicht rechtzeitig genug, könne es zu einer Enteignung kommen.

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass Funke die HRE auf eine Gehaltsnachzahlung von insgesamt 150.000 Euro für Dezember und Jänner verklagt hat. Ein Gerichtssprecher hatte damals schon die zweite Klage zur Weiterführung des Anstellungsverhältnisses bestätigt, ohne dass allerdings Zahlen zum Streitwert genannt worden waren. (APA/Reuters)

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    Der Ex-HRE-Chef Funke klagt 3,5 Millionen Euro Gehalt ein.

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