Lawrow vor Treffen mit Clinton zurückhaltend

6. März 2009, 13:50
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Clinton tritt den Bedenken entgegen - US-Außenministerin will neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen aufzuschlagen

Genf - Russland hat sich vor dem Treffen seines Außenministers Sergej Lawrow mit Hillary Clinton zurückhaltend gezeigt. "Wir warten mit vorsichtigem Optimismus auf das Ergebnis dieser Gespräche", sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums laut Interfax. Lawrow kommt mit seiner amerikanischen Amtskollegin am Freitag zu einem Abendessen in Genf zusammen, bei dem die USA auf einen Neuanfang der Beziehungen beider Länder hinarbeiten wollen. Sie hatten unter Obamas Vorgänger George W. Bush einen Tiefpunkt seit dem Ende des Kalten Krieges erreicht. Es ist das erste hochrangige Treffen zwischen Russland und den USA, seit US-Präsident Barack Obama im Januar die Amtsgeschäfte übernahm.

Clinton tritt  den Bedenken entgegen

US-Außenministerin Hillary Clinton hat die Bedenken osteuropäischer Länder gegen eine Wiederannäherung zwischen den USA und Russland zu beschwichtigen versucht. "Russland darf kein Veto-Recht in der Frage haben, ob ein Land der NATO oder der EU beitritt", sagte Clinton am Freitag im EU-Parlament in Brüssel. Mit Blick auf den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine fügte sie hinzu: "Wir sind sehr besorgt darüber, dass Energie als Mittel der Einschüchterung missbraucht wird."

Die US-Außenministerin betonte zugleich, sie freue sich auf das Gespräch mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow, das Freitagabend in Genf stattfinden sollte. "Wir glauben, dass es eine ganze Reihe von Fragen gibt, wo eine Kooperation möglich ist." Als Beispiele nannte Clinton das iranische Atomprogramm, den Nahost-Konflikt und den Kampf gegen den Terrorismus.

Meinungsverschiedenheiten

"Wir wollen versuchen, so viele gemeinsame Interessen zu finden wie möglich. Wir glauben wirklich, dass es davon deutlich mehr gibt, als in den vergangenen paar Jahren vielleicht behauptet wurde", sagte die US-Außenministerin mit Blick auf das unter der Vorgängerregierung deutlich abgekühlte Verhältnis zu Moskau. Dies bedeute aber nicht, dass die neue Regierung in Washington über Meinungsverschiedenheiten mit Russland einfach hinwegsehen werde: "Wir gehen mit offenen Augen in diese neue Beziehung", sagte Clinton.

Die US-Außenministerin forderte zudem, die Finanzkrise für einen Umbau der Wirtschaft zu nutzen. Die Wirtschaftssysteme sollten umweltfreundlicher und unabhängiger von unzuverlässigen Energie-Importen gemacht werden, sagte Clinton. (APA/Reuters)

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