Skandale

5. März 2009, 19:18
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Der Abschied des ÖFB-Teamchefs Karel Brückner ist eine Schande

Der Abschied des ÖFB-Teamchefs Karel Brückner ist eine Schande. Ab sofort muss der Fußballbund zugeben, dass die Teamkicker zu schlecht sind, um einen echten Fachmann zu beschäftigen. Die mediale Ächtung Brückners ist ein Ärgernis.

Sein Fehler war, die heimischen Ballesterer zu überschätzen. Ein Mann, der mit Nedved und Poborsky arbeitete, wollte nicht wahrhaben, was er Hoffer/Pogatetz/Säumel alles würde erklären müssen. Er redete Windows, sie verstehen Keilschrift. Die Personalisierung von Problemen ist der Schlüssel zum Unverständnis.

Brückner mochte keine Bundesligaspiele besuchen, vielleicht Faulheit, vielleicht aber auch Selbstschutz vor Altach gegen Mattersburg. Karel Brückner war ein seltsamer Mann? Möglich, aber er war ein richtiger Trainer.

Kurt Jara, in Deutschland gescheitert und Mitarbeiter des FC Tirol, als der seine Schulden und Titel sammelte, ist nicht seltsam? Hans Krankl, der als ÖFB-Teamchef zu faul für Spielbeobachtungen im Ausland war - war das kein Eigenartiger? Andreas Herzog, der sich der Angebote von Klubs nicht erwehren kann, fügt seiner Trainerkarriere ab sofort die Position des U21-Teamchefs hinzu. Das ist nicht urkomisch?

Aber was brauchen wir Trainer, wir haben ja uns. Also die Freunderlreihen sammeln und auf in den Krampf. Wenn das Bildungssystem kracht, sind die Lehrer die Deppen. Wenn das Team im Fifa-Ranking runterrutscht, wird der Teamchef geköpft. Mit Didi Constantini wird es wenigstens lustig. Das ist mehr, als der ÖFB zuletzt geboten hat. (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 6. März 2009)

 

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