Ermittlungen gegen zwölf Bundesheer-Angehörige

5. März 2009, 19:11
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Wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen

Korneuburg/Wien - Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ermittelt im Fall der Massenkarambolage auf der Donauuferautobahn (A22) gegen zwölf Angehörige des Bundesheeres und einen in den Unfall verwickelten Pkw-Lenker wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Dies berichtet der ORF Niederösterreich am Donnerstag.

Bei der Karambolage auf der A22 waren am 22. Jänner eine 32-jährige Frau aus Tschechien getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden. Sieben Pkw waren in den Unfall verwickelt.
Es werde gegen den Übungsleiter, zwei Unteroffiziere sowie Soldaten, die in Ausbildung zum Unteroffizier stehen, ermittelt, sagte Friedrich Köhl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Korneuburg am Donnerstag. "Nicht gegen Grundwehrdiener" , wie Köhl betonte. Bisher war davon die Rede, dass Erhebungen nur gegen zwei Bundesheer-Angehörige geführt werden. Gegen den Übungsleiter läuft seit Ende Jänner ein heeresinternes Disziplinarverfahren.

Es fehle noch der schriftliche Bericht der Kriminaltechnik sowie der Obduktionsbericht der Frau, so Köhl. Ob und wann es zu Anklagen kommen werde, sei derzeit noch nicht abschätzbar. Private Klagen in diesem Fall seien beim zuständigen Gericht jedenfalls noch nicht eingegangen.
Zum Unfallzeitpunkt, gegen 19.00 Uhr, fand auf einem nahe gelegenen Übungsgelände des Bundesheeres eine Nachtlehrvorführung statt. Kurz vor der Kollision waren fünf Nebelhandgranaten gezündet worden, obwohl dies auf dem Gelände eindeutig verboten ist, wie das Bundesheer später einräumte. Der Rauch aus den Granaten zog in Richtung der 260 Meter entfernten Autobahn, er gilt als wahrscheinlicher Auslöser für den Unfall. (APA, fern, DER STANDARD - Printausgabe, 6. März 2009)

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