London sucht Gespräch mit Hisbollah

5. März 2009, 17:44
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Außenministerium: "Prüfen Kontakte mit politischem Flügel"

London - Im Rahmen der Friedensbemühungen im Nahen Osten will die britische Regierung ihre Beziehungen zur pro-iranischen Organisation Hisbollah wieder aufnehmen. "Wir haben unsere Position des Nicht-Kontakts mit der Hisbollah seit 2005 überdacht und prüfen bestimmte Kontakte auf offizieller Ebene mit dem politischen Flügel der Hisbollah, einschließlich der Abgeordneten", sagte die Sprecherin des britischen Außenministeriums, Lucy Torrington, am Donnerstag der dpa in London. Dieser Schritt sei wegen der "jüngst zunehmenden positiven politischen Entwicklungen im Libanon" und der Teilnahme der Hisbollah an der Regierung erfolgt. Der militärische Flügel der Organisation sei davon ausgeschlossen.

Im Jänner hatte sich der britische Botschafter in Beirut nach Torringtons Angaben mit Vertretern der libanesischen Regierung getroffen. Darunter habe sich auch ein Hisbollah-Abgeordneter befunden. Der Botschafter habe auf Zurückhaltung im Nahost-Konflikt gedrängt. "Unser Ziel mit der Hisbollah bleibt, sie zu ermutigen, sich von der Gewalt abzuwenden und eine konstruktive, demokratische und friedliche Rolle in der libanesischen Politik zu spielen."

Die Wiederaufnahme der Gespräche mit der Hisbollah, die die USA als Terrororganisation einstuft, sei ein Signal an die neue US-Regierung, sagten Vertreter des Außenministeriums der Zeitung "The Guardian". US-Präsident Barack Obama solle zu einem Wechsel der bisherigen Politik ermutigt werden, nachdem mehrere europäische Regierungen bereits Kontakt wieder aufgenommen haben. Die Entscheidung sei aber kein Präzedenzfall zu Gesprächen mit der radikalislamischen Hamas in den Palästinensergebieten. (APA/dpa)

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