Althaus-Anwalt will Schadenersatz mit Opferfamilie rasch klären

5. März 2009, 16:55
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Vorschusszahlung angeboten - Außergerichtliche Einigung angestrebt - Mehrheit der Deutschen für erneute Kandidatur

Frankfurt/Main - Nach dem Strafprozess gegen den thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus will der CDU-Politiker auch die zivilrechtlichen Ansprüche rasch klären. Es werde bereits seit mehr als einem Monat mit Vertretern der Familie der bei dem Skiunfall tödlich verunglückten Frau verhandelt, sagte der deutsche Anwalt von Althaus, Erich Bähr, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Ziel sei eine außergerichtliche Einigung.

Die Familie Althaus habe eine Vorschusszahlung angeboten. Doch der Anwalt der Gegenseite sei darauf nicht eingegangen, weil ihm Dokumente fehlten, sagte der Frankfurter Jurist. In MDR 1 Radio Thüringen erklärte Bähr, Althaus habe zugesagt, für das hinterbliebene Kind der bei dem Unfall ums Leben gekommenen Frau mehr zu tun, als es seine gesetzliche Pflicht sei.

Der Salzburger Anwalt der Opferfamilie, Alexander Rehrl, sagte dem MDR, er sei zuversichtlich, dass die Verhandlungen bald beendet werden könnten. Allerdings brauche er noch "einige Unterlagen und entsprechend Zeit". Bähr sagte, er könne deshalb nicht abschätzen, wie lange sich die Gespräche über Schadenersatz hinziehen werden. Bei den vom österreichischen Gericht verhängten 5.000 Euro handele es sich um ein sogenanntes Trauerschmerzensgeld.

Der Anwalt verteidigte das rasche Strafverfahren gegen seinen Mandanten in Österreich. Das sei ein ganz normaler Ablauf gewesen, sagte Bähr der AP weiter. Es sei nicht gemauschelt worden. Auch das verhängte Strafmaß sei "absolut normal" ausgefallen.

Die Linkspartei in Thüringen will den Skiunfall im Wahlkampf ausklammern. "Es handelt sich um einen tragischen Unfall, der jedem passieren kann", sagte der Spitzenkandidat der Partei, Bodo Ramelow, der "Sächsischen Zeitung" (Donnerstagausgabe). Der Unfall und die juristische Bewertung würden für die Linkspartei im Wahlkampf keine Rolle spielen.

Ramelow bezeichnete den kurzfristig anberaumten Prozess gegen Althaus als einen Fehler. "Es wäre besser gewesen, man hätte seine Genesung abgewartet und er hätte öffentlich sagen können: Ich kann mich nicht erinnern." Das hätte jeder nachvollziehen können. Ramelow sagte, die CDU müsse entscheiden, ob sie den Menschen Dieter Althaus beschützen wolle, oder ob sie Althaus als Wahlkampflokomotive brauche - auch auf die Gefahr hin, dass sie ihn beschädige. (APA/AP)

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