AU stellt Ravalomanana Ultimatum

5. März 2009, 16:28
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AU-Gipfelwegen Unruhen vor Absage - Straßenschlachten mit Brandbomben, Tränengas und scharfer Munition - Zwei Demonstranten erschossen

Antananarivo - Vor dem Hintergrund des andauernden blutigen Machtkampfs auf der Tropeninsel Madagaskar hat die Afrikanische Union (AU) Präsident Marc Ravalomanana nach Medienberichten ein zweiwöchiges Ultimatum gestellt. Sollten im dem Inselstaat bis dahin nicht landesweit Ruhe und Ordnung eingekehrt sein, werde der AU-Gipfel Anfang Juli auf Madagaskar abgesagt.

Unterdessen hielten am Donnerstag in der Hauptstadt Antananarivo die blutigen Krawalle an. Demonstranten, Plünderer und Militär lieferten sich in den verwinkelten Gassen den zweiten Tag in Folge Straßenschlachten mit Brandbomben, Tränengas, Steinen und scharfer Munition.

Erdnussverkäufer erschossen

In der Stadt war laut der Tageszeitung "L'Express" am Vortag ein am Straßenrand sitzender Erdnussverkäufer von der Kugel eines Soldaten tödlich getroffen worden. Das größte Krankenhaus meldete zudem mehrere Verletzte. In Ambositra, 250 Kilometer südlich von Antananarivo, erschossen Ordnungskräfte zwei Demonstranten, darunter einen zwölfjährigen Buben.

Die Ordnungskräfte des bedrängten Präsidenten versuchten auch am Donnerstag, eine Kundgebung der Anhänger des selbst ernannten Präsidenten einer Übergangsregierung, Andry Rajoelina, in der Hauptstadt zu verhindern. In dem seit eineinhalb Monaten dauernden Machtkampf kamen bisher mindestens 140 Menschen ums Leben. (APA/dpa)

 

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