Obama startet Gesundheitsreform

5. März 2009, 16:26
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Treffen von 120 Experten zum Auftakt

Washington - US-Präsident Barack Obama nimmt die Reform des amerikanischen Gesundheitssystems in Angriff. Bei einem Treffen von etwa 120 Experten am Donnerstag in Washington sollte nach Wegen gesucht werden, das als kostspielig und ineffizient verschriene System umzubauen.

Das Projekt unter der Leitung der designierten Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius ist eines der ambitioniertesten Vorhaben Obamas. Die US-Bürger geben jährlich 2,5 Billionen Dollar (1.991 Mrd. Euro) für ihre Gesundheit aus, pro Kopf mehr als jedes andere Land. Von den 300 Millionen Amerikanern haben jedoch etwa 46 Millionen keinen Krankenversicherung.

Erdrückende Kosten

"Wenn wir Stellen schaffen und unsere Wirtschaft wieder in Gang bringen wollen, müssen wir heuer, in dieser Amtszeit die erdrückenden Kosten der Gesundheitsversorgung angehen", sagte Obama zum Auftakt des Treffens laut Redetext. Jetzt in eine Reform zu investieren sei langfristig eine der besten Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Obama hat im Budget 2010 für den Umbau 634 Milliarden Dollar veranschlagt.

Obama will dem Kongress nicht einen fertig ausgearbeiteten Plan vorzulegen. Mit dieser Strategie war in den 90er Jahren ein Reform-Versuch unter Präsident Bill Clinton gescheitert. Stattdessen berät sich Obama im Vorfeld mit ranghohen Kongressmitgliedern, um einen Konsens zu erzielen. Als Ausgangspunkt könnte ein Weißbuch des Senators Max Baucus dienen, dem Vorsitzenden des Finanzausschusses.

Allerdings sammeln sich auch die Gegner. Einige Republikaner lehnen kategorisch die Rolle des Staates bei Krankenversicherungen ab, wenn er damit in Konkurrenz zur Privatwirtschaft tritt. "Wenn der Staat zu einem Wettbewerber wird, wird es irgendwann keine Wettbewerber mehr geben", sagte der republikanische Abgeordnete Roy Blunt schon Tage vor dem Treffen. (APA/Reuters)

 

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