Industrie warnt vor Kollaps

5. März 2009, 15:59

Invest-Prämie und Not-KVs gefordert - Koalition soll Geldhahn für zusätzliche Förderungen aufdrehen, vorzeitige Afa reicht nicht aus - "Notkollektiverträge" in die Diskussion geworfen

Wien - Auftragseinbrüche, eine teilweise kollabierende Produktion und sich abzeichnende Liquiditätsengpässe großer Leitbetriebe haben die Industriellenvereinigung am Donnerstag zu einem dramatischen Appell an die Regierung veranlasst. "Die Dramatik der Situation wird nach wie vor sträflich unterschätzt" und die politische Diskussion "dreht sich seit Wochen fruchtlos im Kreis", heißt es in der ungewöhnlichen Resolution. Die Wirtschaftskammer schloss sich den Forderungen an und rief nach mehr Tempo.

"Wenn nicht rasch gehandelt wird, wird die Politik die volle Verantwortung für dramatische weitere Verschlechterungen insbesonders am Arbeitsmarkt übernehmen müssen." Die kommenden Wochen seien "für die Zukunft von Wohlstand und Beschäftigung in Österreich entscheidend", schreibt die IV.

Die 120 Mitglieder des IV-Bundesvorstandes fordern von der Regierungskoalition, das soeben (Ende Februar) beschlossene Konjunkturpaket mit weiteren Maßnahmen zu ergänzen, Schritte, die einem weiteren Konjunkturprogramm nahekommen. So sind die Industriellen mit der im Konjunkturpaket II verankerten vorzeitigen Abschreibung unzufrieden und wollen darüber hinaus eine Investitionsprämie. Die vorzeitige Afa werde "kaum Investitionen" auslösen, wird prophezeit. "Die Industrie braucht rasch Investitionsförderungen (Investitionsprämie und Investitionsfreibetrag), damit ein völliges Wegbrechen der Investitionen, die einen fünfmal so großen Hebel auf unser BIP haben, wie der politisch stark überschätzte Konsum, verhindert wird."

Eine weitere ungewöhnliche IV-Forderung, die sich allerdings eher an den Sozialpartner richtet, betrifft die Zulassung von sogenannten "Notkollektiverträgen nach schwedischem Vorbild". Dort sollen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in einer Notsituation kurzfristig auf Lohnreduktionen von vier Prozent geeinigt haben, um Kündigungswellen zu vermeiden.

Staatliche Absicherung gefordert

Erneuert wird das Verlangen nach der staatlichen Absicherung von Industriefinanzierungen (Anleihen, Kredite) wobei die IV auf "sich verschärfende Liquiditätsengpässe" in den Betrieben verweist. Die Interessensorganisation verlangt ferner u.a. die Beseitigung von Investitionsbremsen bei Infrastrukturprojekten und mehr Geld für die Forschung. Die IV vertritt Betriebe, die zusammen 1,5 Millionen Mitarbeiter beschäftigen.

Man habe diesen ungewöhnlichen Schritt getan, weil man nicht das Gefühl habe, dass die Regierung die Dramatik der Situation verstanden habe, wurde dazu aus Industriellenkreisen erläutert.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sagte, er unterstütze die Forderungen der Industriellenvereinigung. "Die Situation hat sich in kurzer Zeit dramatisch verändert, die Maßnahmen dagegen laufen aber nur zögerlich an", so Leitl am Donnerstag. "Wir brauchen mehr Tempo."

Die Regierung müsse sicherstellen, dass die Banken wieder Kredite vergeben könnten und auch die Exportwirtschaft brauche rasch Hilfe. "Und ich fordere die versprochene thermische Sanierung ein - da muss sich endlich was bewegen!" Über kurzfristige Maßnahmen der nächsten Wochen hinaus müsse endlich die Staats- und Verwaltungsreform, eine Gesundheitsreform und eine umfassende Bildungsreform angegangen werden. Die Diskussion darüber dürfe nicht bei der Ausdehnung der Lehrzeit um zwei Stunden stehenbleiben. (APA)

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6 Postings
Na

sicher, Lohnkürzungen... Ich kann mich nicht erinnern dass die MRD Gewinne der letzten Jahre zu Lohnerhöhungen geführt hätten. Aber kaum gehts schlechter, soll der Arbeitnehmer alles ausbaden. Ich bezweifle auch dass diese Lohnkürzungen, sobald erfolgt jemals wieder rückgängig gemacht würden. Da werden sich dann die Firmen jedes Jahr die tollsten Geschichten ausdenken, warum es dem Unternehmen noch nicht gut genug geht um wieder das normale Gehalt zu zahlen. Steuergeld is in Form von Arbeitslose besser angelegt, weil man weiss das es bei dem Ankommt der es braucht. Grade die großen Firmen versenken ihre Förderung eh gleich wieder im nächsten Loch - oder als Bonus fürs Management.

es gibt derzeit

nur eine einzige Partei in Austria, die Lösungskonzepte anbietet, und das ist die ZPA auf www.zpa.at ;)

zpa

zucchini
paradeiser
artischocken

ein bisserl bunter gemüsegarten, oder?

die nationalhymne soll bei starmania per televoting wöchentlich neu gewählt werden?

und was hilft das in der krise?

Investitionen

Es ist schon interessant, dass die Industrie nur durch Investitionsgarantien, Mittel von Außen und AFA, die ja hauptsächlich buchtechnisch wirksam ist, bereit ist Investitionen vorzunehmen. Die Supergewinne der vergangenen Jahre hat man offensichtlich nicht für künftige Investitionen benötigt und deshalb ausgeschüttet - oder war vor 6-12 Monaten kein Bedarf an Investition - nur an Investment? Das Management jammert jetzt im sinne der Eigentümerinteressen so wie vorher nur die Couponschneider durch Dividenden zufriedengestellt wurden.

Notkollektivverträge!

Eh klar. Die Arbeitnehmer sollen wieder blechen mit Lohnreduktion. Ich frag mich nur, wo die ganzen Lohnerhöhungen in den letzten 5 Jahren blieben, wo die Industrie Milliarden-Gewinne schrieb??? Soviel ist in der Zeit gar nicht re-investiert worden. Haben das alles die Manager abkassiert? Dann bin ich auch in Krisenzeiten für eine Gehaltsreduktion des Managements um 30 % jährlich! Das war durchschnittl. die jährlich Erhöhung der Managergehälter in den Jahren vor Ausbruch der Krise.

Inspektor gibts kan. Krise scho gornet.

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