Kriminelle haben im Internet leichtes Spiel

5. März 2009, 15:54
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"Bei den allermeisten Opfern beschädigten Viren den privaten Rechner",

Das Internet wird stetig populärer und damit haben es Cyber-Kriminelle auch zunehmend leichter, Schaden anzurichten. Immer mehr Nutzer hinterlassen immer mehr Spuren im World Wide Web, sei es auf Kommunikationsplattformen wie MySpace, Xing oder StudiVZ, beim Einkaufen, der Reisebuchung oder anderen Diensten. Die Methoden der Kriminellen werden zudem raffinierter, sagen Experten. Auch wenn es einen hundertprozentigen Schutz nicht geben könne, sei es wichtiger denn je, den Rechner vor Attacken zu schützen. Doch Studien zeigen, dass Virenscanner, Spamfilter, Firewalls und andere Schutzmechanismen noch zu wenig eingesetzt werden.

Kritisch

"Die Bedrohungslage ist durchaus kritisch", sagte Hartmut Isselhorst vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf der Branchenmesse Cebit in Hannover. "Rechner sind vielfach ungenügend abgesichert." Zwar habe sich das Sicherheitsbewusstsein verbessert - so setzten mittlerweile 92 Prozent der Nutzer einen Virenscanner ein - doch die Schutzprogramme würden viel zu selten auf den neuesten Stand gebracht. Angreifer, die sehr schnell Schwachstellen in Systemen ausnutzten, könnten sich so leicht einen Vorsprung erarbeiten. Die Zahl der Viren sei zudem so hoch, dass die Hersteller von Bekämpfungsprogrammen nicht hinterherkämen. Zusätzliche gingen viele Nutzer sorglos mit neuen Plattformen um. "Viele Daten werden preisgegeben und das Internet vergisst nichts." So könnten eingestellte Party-Fotos bei einer Bewerbung behindern.

Nach Zahlen des Branchenverbandes Bitkom surfen nur 81 Prozent der Internetnutzer mit Virenschutzprogrammen, nur 55 Prozent mit einer Firewall, die den externen Datenverkehr überwacht. "Die Werte sind sogar leicht rückläufig", warnte Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Bitkom. Cyber-Kriminelle attackierten seltener die IT-Systeme der Unternehmen. Ihnen gehe es um "digitale Identitäten" - Benutzerkonten bei Firmen, Mail-Accounts, Konten auf Shoppingseiten, Auktionshäusern oder Banken, persönliche Steckbriefe oder Homepages. Adressen, Log-in-Namen, Passwörter oder Kreditkarteninformationen würden abgegriffen und als Hehlerware verkauft, sagte Kempf.

"Bei den allermeisten Opfern beschädigten Viren den privaten Rechner"

Nach einer Bitkom-Umfrage nutzt jeder Vierte das Internet, um etwas von sich und seinem Leben preiszugeben. 61 Prozent der Nutzer haben zudem in den vergangenen zwölf Monaten Namen und Adresse im Netz eingegeben, 38 Prozent auch zusätzlich Angaben wie Kontonummer oder Beruf. Nicht immer bleibt das ohne Folgen. 29 Prozent der Internet-Surfer an, sie hätten bereits einen finanziellen Schaden erlitten. "Bei den allermeisten Opfern beschädigten Viren den privaten Rechner", sagte Kempf. Dabei nahmen die Angriffe deutlich zu: Anfang 2008 hätten noch zwei Prozent der Befragten gesagt, ihr Computer habe sich schon einmal einen Virus eingefangen, nun seien es über 17 Prozent. Beim Online-Shopping und bei Online-Auktionen sei der Anteil auf über acht von gut ein Prozent gestiegen. Beim Online-Banking hingegen wurden nur 0,6 Prozent der Nutzer geschädigt.(Reuters)

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