Krise greift auf KMU über

5. März 2009, 15:17
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Umfrage: Heuer ist in allen Bundesländern mit Personalabbau zu rechnen

Wien - Bereits knapp 70 Prozent der heimischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) spüren direkte Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf das eigene Geschäft, ergab das Mittelstandsbarometer des Beratungsunternehmen Ernst & Young, das heute, Donnerstag, in Wien präsentiert wurde. 2009 ist in allen Bundesländern mit einem Stellenabbau zu rechnen. Vor allem Unternehmen in der Steiermark, Kärnten und Tirol gaben an, die Zahl der Mitarbeiter zu kürzen. Am positivsten ist die Stimmung noch in Salzburg.

Österreichweit wollen im Durchschnitt 27 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter abbauen. Im Burgenland und Niederösterreich bieten die Unternehmen zwar die geringsten neuen Jobchancen an, sie wollen aber auch am wenigsten Stellen streichen.

Stimmungsmäßig ein positiver Ausreißer im Bundesländervergleich ist das Land Salzburg. Hier sind die Unternehmer am optimistischsten und bewerten ihre aktuelle Geschäftslage am besten. Die Betriebe wollen heuer sogar mehr investieren und keine Investitionen streichen. "In Salzburg gibt es mehr Dienstleistungsbetriebe als Industriebetriebe", begründete Studienautor Erich Lehner.

Dienstleister besser als Produzenten

In Zeiten wie diesen seien Unternehmen im Dienstleistungsbereich besser gestellt als jene im Produktionsbereich. Das sei auch der Grund, warum es beispielsweise oberösterreichische KMU momentan so schwer haben - in diesem Bundesland gibt es viele Industriebetriebe.

Insgesamt ist das Stimmungsbild der mittelständischen Unternehmen in Salzburg, im Burgenland und in Wien am positivsten, während Vorarlberg, Kärnten und Tirol am anderen Ende der Skala liegen, geht aus der Studie hervor, für die 700 mittelständische Unternehmen in Österreich befragt wurden.

Ein ähnliches Bild zeigen die Geschäftsaussichten: Während 43 Prozent der Vorarlberger und 40 Prozent der Tiroler Unternehmen von einer Verschlechterung ausgehen, sind es 31 Prozent der Wiener und lediglich 18 Prozent der Salzburger Betriebe, die dies annehmen.

Auch bei den geplanten Investitionen führt Salzburg: Ausschließlich in diesem Bundesland wollen die Unternehmen 2009 insgesamt mehr investieren als Investitionen streichen. Deutlich weniger Geld in die Hand nehmen werden laut Studie die KMU in Kärnten und Tirol. (APA)

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