Südasien, Afrika und Naher Osten am frauenfeindlichsten

7. März 2009, 10:00
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Analyse der Lage in Nicht-OECD-Ländern umfasst zwölf Variablen zu sozialen Normen und Praktiken in der Familie: Gutes Zeugnis für Paraguay, Kroatien und Kasachstan

Paris/New York/Wien - In vielen Ländern hindern "Tradition" und "Kultur" Frauen an der Entwicklung ihres "wirtschaftlichen Potenzials", lautet das Resumé der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): In Paraguay, Kroatien und Kasachstan ist dies weniger der Fall, wie aus einem Index zur Diskriminierung von Frauen in 102 Nicht-OECD-Ländern hervorgeht, der am Donnerstag anlässlich des Internationalen Frauentages in New York vorgestellt wurde. Die höchste Diskriminierungsrate fand die OECD im Sudan, gefolgt von Afghanistan, Sierra Leone, Mali und dem Jemen.

Zwölf Variablen

Der Social Institutions and Gender Index (SIGI) umfasse zwölf Variablen zu sozialen Normen und Praktiken in der Familie. Erfasst werde unter anderem, inwieweit Heirat im Kindesalter oder Genitalverstümmelung praktiziert werden oder ob für Frauen die Bewegungsfreiheit, der Zugang zu Eigentumsrechten oder Erbschaften eingeschränkt ist.

Einfluss auf Entwicklungszusammenarbeit

Lateinamerika, europäische Nicht-OECD-Länder sowie Zentralasien gehören zu den Regionen mit den besten SIGI-Ergebnissen. Anhaltende Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen gibt es dagegen in Südasien, Afrika und im Nahen Osten. Diese Ergebnisse haben laut OECD direkte Bedeutung für die Entwicklungszusammenarbeit. So können in Ländern mit hohen SIGI-Werten der Bau von Schulen und Kleinkreditprogramme für Frauen verpuffen, wenn es die Tradition etwa Mädchen verbietet, das Haus nach der Pubertät alleine zu verlassen oder Frauen keinen Zugang zu Land, Technologie und Information haben.

Der SIGI-Index zeigt nach OECD-Angaben, wie groß der Einfluss von gesellschaftlichen Normen auf die wirtschaftliche Stellung der Frauen in Entwicklungsländern ist. Je stärker die Wertvorstellungen in diesen Ländern Frauen benachteiligten, desto geringer sei zum Beispiel ihre Beteiligung am Erwerbsleben. Eines der größten Probleme sei die in der Regel erzwungene Heirat im Kindesalter. Der Zugang für Frauen zu bezahlter Arbeit sei nicht nur für deren Wohlergehen, sondern auch für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes von großer Bedeutung. (APA)

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