Neue Hoffnung für Ibertsberger

5. März 2009, 15:12
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Kritik von Welt-Anti-Doping-Agentur an DFB - CAS rollt Fall der für ein Jahr gesperrten Italiener neu auf

Frankfurt/Main - In den Fall Hoffenheim kommt Bewegung. Eine Woche nach der Vernehmung der Beteiligten in der Doping-Test-Affäre trifft sich die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am (morgigen) Freitag in der Verbandszentrale in Frankfurt am Main, um die weitere Vorgehensweise gegen die Hoffenheimer Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker zu beraten. Beide Akteure waren am 7. Februar nach der Bundesliga-Partie bei Borussia Mönchengladbach (1:1) zehn Minuten zu spät zur Dopingkontrolle erschienen. Ihnen droht deshalb im schlimmsten Fall eine zweijährige Sperre.

Der DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner wollte sich zu den Inhalten der Gespräche mit unter anderem Ralf Rangnick sowie den beiden 1899-Akteuren bisher nicht äußern. Damit bleibt die entscheidende Frage, ob das verspätete Erscheinen von ÖFB-Teamspieler Ibertsberger und Janker zur Kontrolle als schuldhafte Weigerung darzustellen ist, weiter offen. Sollten den beiden Profis keine persönlichen Fehler nachgewiesen werden können, könnten sie auch straffrei ausgehen.

Mit einem Urteil sei spätestens in der kommenden Woche zu rechnen, hatte Nachreiner gesagt. Denkbar ist, dass der Kontrollausschuss bereits am Freitag eine Sperre für beide Spieler bis zu einer Entscheidung des Sportgerichts beantragt. Bisher war Ibertsberger seit dem Vorfall stets zum Einsatz gekommen, Janker stand zumindest im Kader.

In der Liga hatten sich zuletzt die Stimmen gemehrt, die sich für einen Freispruch der beiden Hoffenheimer Profis ausgesprochen hatten. "Wichtig allein ist das Ergebnis: Und das war negativ. Das ist doch am Ende das Entscheidende", hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der "Sport-Bild" gesagt. Dirk-Reiner Martens, Richter am Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hatte hingegen wiederholt darauf verwiesen, dass in solchen Fällen grundsätzlich eine Zweijahres-Sperre vorgesehen sei.

Hoffnung könnte Ibertsberger und Janker hingegen machen, dass der CAS in Lausanne den Fall der beiden italienischen Spieler Daniele Mannini und Davide Possanzini wegen neuer Beweise neu aufrollen wird. Beide waren am 29. Jänner 2009 von den CAS-Richtern zu einem Jahr Sperre verurteilt worden, weil sie sich nach einem Spiel von Brescia Calcio gegen Chievo Verona im Dezember 2007 zu spät zur Dopingkontrolle eingefunden hatten.

Die Kritik richtete sich zuletzt nicht mehr auf die beiden Hoffenheimer Spieler, sondern auf den DFB, dem Mängel an seinem Anti-Doping-Kampf vorgeworfen wurden. So hatte der Generalsekretär der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der Australier David Howman, das Kontrollsystem des Verbandes missbilligt. (APA/dpa)

 

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