Situation der Afghaninnen weiter miserabel

6. März 2009, 12:47
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Vergewaltigungen, Ehrenmorde, Zwangsheiraten, sexueller Missbrauch und Sklaverei sind weit verbreitet

Kabul - Die Lage der Menschenrechte in Afghanistan hat sich nach UNO-Angaben weiter verschlechtert. Vor allem die Bedrohung und Einschüchterung von Frauen in der Öffentlichkeit habe drastisch zugenommen, erklärten die Vereinten Nationen, die am Donnerstag in Genf ihren jährlichen UNO-Menschenrechtsbericht vorstellen.

Vergewaltigungen, Ehrenmorde, Zwangsheiraten, sexueller Missbrauch und Sklaverei sind demnach weit verbreitet. Gewalt gegen Frauen werde in weiten Teilen der Gesellschaft toleriert oder geduldet. "Der afghanischen Regierung ist es nicht gelungen, Frauenrechte angemessen zu schützen, obwohl dies in der Verfassung garantiert wird", wird die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, zitiert. Pillay forderte sowohl die Regierungstruppen als auch die aufständischen Taliban auf, mehr zum Schutz von ZivilistInnen zu tun.

Zivile Opfer bei den Kämpfen zwischen den Taliban und einheimischen und ausländischen Streitkräften sind ein hochsensibles Thema im Land am Hindukusch. Aktuellen UNO-Angaben zufolge starben im vergangenen Jahr mehr als 2118 ZivilistInnen durch Gewaltakte. Das ist ein Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zu 2007. Für 40 Prozent der Opfer sind nach UNO-Angaben afghanische Sicherheitskräfte und internationale Truppen verantwortlich. (APA/Ag.)

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