Stroh Rum geht auf Reisen

5. März 2009, 13:36
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Die österreichische Traditionsmarke ist seit dem Management Buy-out 2008 neu durchgestartet und hat vor allem das Auslandsgeschäft angekurbelt

Nicht zuletzt aufgrund neuer Distributeure in Deutschland, Holland und Litauen sind die Exporte im Vorjahr um 10 Prozent gewachsen. Der Gesamtumsatz verbesserte sich 2008 um 8,6 Prozent auf 11,8 Mio. Euro. Auch das Ergebnis sei "deutlich gestiegen", sagte Stroh-Eigentümer Harold Burstein im Gespräch mit der APA. Genaue Daten gibt das Unternehmen nicht bekannt.

Aufgrund zuletzt deutlich gestiegener Preise bei Roh-Alkohol, die laut Burstein hauptsächlich auf die europaweite Beimengung von Ethanol in Treibstoffe zurückzuführen ist, müsse heuer mit einer merkbaren Preiserhöhung von Spirituosen im Handel gerechnet werden. Auch die Verteuerung von Glas und die hohen Lohnabschlüsse machten einen Preisschritt notwendig. Bei Stroh sei im Durchschnitt eine Anhebung um 50 Cent pro Flasche ab April vorgesehen.

Stroh ist derzeit in 28 Ländern der Welt erhältlich. Der Exportanteil beträgt aktuell 66 Prozent, wobei die wichtigsten Auslandsmärkte Deutschland, Skandinavien und die Benelux-Ländern sind. Allein nach Deutschland ist laut Burstein der Export im Vorjahr um 15 Prozent - nach Jahren der Stagnation - gewachsen. Auch mit Polen gebe es neue Verträge, Italien stehe kurz vor dem Abschluss.

Exportanteil soll wachsen

Burstein ist sicher, den Exportanteil in fünf Jahren auf zumindest 70 Prozent steigern zu können und in Folge weiter auf 80 Prozent auszubauen. Als neue Märkte hat der neue Stroh-Eigentümer für heuer Russland, Rumänien und Südafrika im Visier, neue Distributionsverträge stünden kurz vor dem Abschluss, wie er zur APA sagte. Geplant seien auch Änderungen in der Distribution in England und in den USA.

Die aktuelle Wirtschaftskrise spürt Stroh vorerst nur im Duty Free-Geschäft, sagte Burstein. Dieser traditionell absatzstarke Verkaufskanal habe zuletzt schon unter den deutlich rückläufigen Passagierzahlen gelitten. Für 2009 rechnet der Stroh-Chef in diesem Bereich mit einem weiteren Absatzrückgang von mindestens 10 Prozent, will diesen aber mit den neuen Absatzmärkten wettmachen.

In österreichischer Hand

Seit August 2008 ist Stroh wieder ganz in österreichischer Hand. Der langjährige Geschäftsführer der Stock Austria GmbH, Burstein, hat über ein Management Buy-out vor gut einem halben Jahr Österreichs größten Spirituosenhersteller Stock Austria und die Marke Stroh zu 100 Prozent übernommen. Auch die Spirituosenmarken Mautner, Bouchet und Charly's sowie die Produktion in Klagenfurt wurden von den bisherigen britischen Eigentümern Stock Spirits Group Ltd. an Burstein verkauft.

Heute stellt Stroh im Werk in Klagenfurt mehr als 4 Millionen Liter Spirituosen her und beschäftigt 34 Mitarbeiter.

Stock Spirits hat im Sommer 2007 Stock Austria von der deutschen Eckes AG, die sich damals von allen Spirituosen-Beteiligungen getrennt hat, übernommen. Gegründet wurde das Unternehmen "Stroh" 1832 von Sebastian Stroh in Klagenfurt. 1995 wurde "Stroh" an Eckes verkauft, die zu diesem Zeitpunkt auch den Spirituosenhersteller "Stock" in Triest übernommen haben und daraufhin unter "Stock Austria" auf dem Markt auftraten. Nach dem erfolgten Management Buy-out nennt sich das Unternehmen von Burstein nun wieder "Stroh Austria" mit der Kernmarke Stroh (Rum).(APA)

 

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