Mac Mini bleibt Apples verschmähtes Stiefkind

5. März 2009, 12:05
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Das lange erwartete Mac Mini-Update lässt mehrere Fragen offen - was hat Apple mit seinem kleinsten Rechner vor?

Mit dem Update der Mac Mini-Reihe hat sich Apple besonders viel Zeit gelassen. Nun, da sich Cupertino endlich dazu entschlossen hat, seinem kleinsten Desktop-Rechner neue Innereien zu spendieren, macht sich eine gewisse Ratlosigkeit breit. Die Aktualisierungen am Mac Mini sind im Vergleich zu anderen Updates nur geringfügig und die neuen Preise dürften einige potentielle Käufer wohl eher abschrecken.

Neue Konfiguration

Der Kleinrechner verfügt nun serienmäßig über einen Intel Core 2 Duo-Prozessor mit 2 GHz und den Nvidia GeForce 9400M-Grafikprozessor, der bei Apple bereits in den neuen MacBooks Einzug gehalten hat. Der Festplattespeicher wurde auf wahlweise 120 bzw. 320 GB angehoben. Und beim Arbeitsspeicher sind nun bis zu 4 GB möglich. Neuerungen gibt es zwar bei den Anschlüssen, ansonsten hat Apple am Gehäuse jedoch nichts verändert.

Teurer

Und entgegen des aktuellen Branchen-Trends zu günstigeren Geräten, bietet Apple das Upgrade nicht zum gleichen Preis der Vorgängermodelle an. Das günstigere Modell, das vorher ab 499 Euro zu haben war, kostet jetzt 599 Euro. Im Apple-Store kann man nur mehr die neuen Modelle kaufen, während Händler auch die alten Geräte noch anbieten.

Ungewöhnlich langer Produktzyklus

Das wirft natürlich die Frage auf, wieso Apple mit diesen vergleichsweise unspektakulären Neuerungen so lange gewartet hat. Üblicherweise verpasst der Hersteller seinen Rechnern halbjährlich neue Komponenten und alle paar Jahre einen neuen Look. Der Mac Mini jedoch bildet eine Ausnahme. Seit dem Update auf Intel-Prozessoren im Jahr 2006 hat sich das Gehäuse nicht verändert. Die Hardware war zuletzt im Sommer 2007 überarbeitet worden. Dieser lange Produktzyklus ließ viele Unternehmensbeobachter und Nutzer darauf schließen, dass Apple die Serie wohl einstellen werde.

Schweigen über Verkaufszahlen

Der Mac Mini sei wie ein Stiefkind, meint Needham & Company-Analyst Charlie Wolf gegenüber Wired. Apple habe in punkto Marketing und Werbung nur sehr wenig getan. Während Cupertino keine Verkaufszahlen zum Mac Mini herausgibt, schätzt Wolf, dass etwa 50.000 Geräte pro Quartal verkauft werden. Im ersten Quartal 2009 hat Apple eigenen Angaben zufolge insgesamt 728.000 Desktop-Rechner verkauft. Der Mac Mini macht den Schätzungen zufolge also nur einen geringen Anteil aus.

Treue Fangemeinde

Trotz der angeblich geringen Verkaufszahlen, dürfte Apples Kleinster aber eine nicht zu unterschätzende Fangemeinde haben. In vielen kleinen Firmen verrichte der Rechner als Server gute Dinge, berichtete im vergangenen Herbst der US-Dienstleister Macminicolo. Und auch als Media Center soll sich der Mac Mini eignen. Die Spekulationen, was Apple mit dem Mac Mini vor hat, dürften nach dem aktuellen Update also wohl nur für kurze Zeit versiegen. (Birgit Riegler/ derStandard.at, 5. März 2009)

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    Die Zukunft des Mac Mini bleibt ungewiss.

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