Fraport mit starken Passagier-Rückgängen

5. März 2009, 09:57
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Die deutschen Fluggesellschaften stellen sich auf schwieriges Jahr ein, eine Entspannung ist wahrscheinlich erst 2010 in Sicht

Berlin - Der Abschwung in der deutschen Luftfahrtbranche dürfte nach Einschätzung des Branchenverbandes BDF noch einige Monate andauern. Frühestens im dritten oder vierten Quartal könnten sich abhängig von der Wirtschaftsentwicklung wieder mehr Menschen für Flugreisen entscheiden, teilte der Verband am Mittwoch mit. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass sich die Lage erst 2010 entspanne. "Ich persönlich habe Vorstellungsprobleme, dass ab Sommer die Konjunktur wieder anläuft", sagte BDF-Präsident Ralf Teckentrup.

Das laufende Jahr hat der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) ohnehin bereits abgeschrieben. Teckentrup erwartet für die deutschen Airlines 2009 ein Passagierminus von fünf Prozent, nach einem Plus von einem Prozent im Vorjahr.

Die Deutschen hielten sich bei der Buchung ihres Sommerurlaubes zurück, erläuterte er. Neben Urlaubern sparen vor allem Geschäftsreisende bei Flugreisen und weichen zunehmend auf andere Verkehrsmittel aus. Weltweit würden wegen der Krise nach Schätzungen des BDF derzeit fünf bis sechs Prozent aller Flugzeuge am Boden bleiben.

Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa verbuchte im Januar ein Passagierminus von knapp sieben Prozent auf 4,7 Millionen. Auch dem größten deutschen Flughafenbetreiber Fraport macht die Flaute zu schaffen. Er hat im Jänner auf seinem Heimatstandort in Frankfurt den stärksten Passagierrückgang seit den Anschlägen vom 11. September 2001 verbucht.

Sobald sich die Konjunktur erhole, könnte die Luftfahrt jährlich wieder um drei bis sechs Prozent wachsen, prognostizierte Teckentrup. Der BDF vertritt Unternehmen wie Lufthansa, Air Berlin und Condor. (APA/Reuters)

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