Opel-Spitze am Freitag im Kanzleramt

5. März 2009, 19:31
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Opel-Insolvenz würde 400.000 Jobs gefährden - Massiv betroffen wäre auch das Motorenwerk in Aspern

Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster trifft sich am Freitag im Berliner Kanzleramt mit dem deutschen Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Kanzleramtschef Thomas de Maiziere. Das verlautete am Donnerstag aus dem Kanzleramt. An dem Treffen nehmen den Angaben zufolge auch der Finanzvorstand des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), Frederick Henderson, und Opel-Chef Hans Demant teil. Für die deutsche Regierung sitzt außerdem Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen mit am Tisch.

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Rüsselsheim/Wien - Eine Insolvenz des angeschlagenen Autobauers Opel würde laut der IG Metall europaweit rund 400.000 Arbeitsplätze gefährden. Laut Gewerkschafter, Armin Schild, wären Auto- und Zuliefererbranche gleichermaßen von einem Zusammenbruch betroffen. Daher müsse die deutsche Bundesregierung Opel dringend finanziell unterstützen. Carl-Peter Forster hat zur Lage bei Opel zuletzt deutliche Worte gesprochen. "Eine Pleite ist nicht auszuschließen" sagte der Präsident des General Motors-Europa-Geschäfts.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) stellt ihre eigene Überlebensfähigkeit bereits infrage. Man werde möglicherweise Gläubigerschutz nach US-Recht anmelden, falls der Konzern seine Verluste nicht in den Griff bekomme. In seinem Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht SEC erklärte der ehemalige Weltmarktführer, es gebe keine Garantie dafür, dass sich der weltweite Automobilmarkt erhole oder dass es nicht noch einmal deutlich abwärts gehe.

Motorenwerk Aspern

Massiv betroffen von den Problemen der Mutter ist das GM-Werk in Aspern. Das Überleben des Motoren-Werkes mit rund 1800 Beschäftigten hängt von den Verkaufsziffern ab. Aspern, wo u. a. die Motoren für den Opel-Corsa gebaut werden, sei unverzichtbar für die Produktion, heißt es. Interessant sei, dass zuletzt die Nachfrage nach Autos stärker zurück ging als die Verkaufszahlen, weil die Lager abverkauft wurden. Wenn wie zuletzt die Verschrottungsprämie die Nachfrage in Österreich und Deutschland wieder ankurbelt, könne auf einem niedrigen Niveau (um die 20 Prozent) wieder produziert werden. Derzeit werde die Produktion monatlich angepasst. Für März hat GM Aspern die Kurzarbeitzeitpläne noch nicht fixiert.

Seit 19. Jänner arbeiten 1500 der Asperner Beschäftigten kurz (bis 8. Mai). Für den Motorenbau gibt es seit Februar auch wieder mehr Aufträge. Grund ist die stärkere Nachfrage nach kleineren, sparsamen Motoren. In Aspern werde daher statt in zwei wieder in drei Schichten gearbeitet. Wie es weitergeht, ist offen. (dpa, cr, red, DER STANDARD, Printausgabe, 6.3.2009)

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