Gesundheitsversorgung der Palästinenser stark verschlechtert

6. März 2009, 10:04
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Frauen in den Wehen mussten an Grenzübergängen ausharren

London - Die Gesundheitsversorgung der Menschen in den Palästinensergebieten hat sich einer Studie zufolge in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert. Die ohnehin schon schwierige Lage werde durch die Blockade der Grenzübergänge nach Israel weiter verschlechtert, heißt es in einer in der aktuellen Ausgabe des renommierten Medizinjournals "The Lancet" veröffentlichten Studie.

Viele der medizinischen Errungenschaften früherer Jahre seien seit dem Jahr 2000 zunichte gemacht worden, erklärte "Lancet"-Herausgeber Richard Horton: "Diese Rückschläge, zusammen mit den jüngsten Luft- und Bodenangriffen im Gazastreifen, haben die Region in eine humanitäre Notlage gestürzt."

"Niveau wie in vielen Entwicklungsländern"

Horton zufolge ist die Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kleinkinder inzwischen auf dem Niveau wie in vielen Entwicklungsländern. Eine Reihe von Problemen hingen mit dem Umgang der Israelis mit den Grenzübergängen in die Palästinensergebiete zusammen. Den Forschern zufolge brachten in den Jahren 2000 bis 2006 69 schwangere Palästinenserinnen ihre Kinder an Grenzübergängen zur Welt.

Zehn Prozent der Palästinenserinnen in Wehen, die zur Geburt ins Krankenhaus wollten, würden bis zu vier Stunden aufgehalten. Auch sei die Versorgung mit gynäkologischer Notfallmedizin unsicher. Die Sterblichkeitsrate unter fünf Jahre alter Kinder sei seit 1990 nicht wesentlich zurückgegangen.

An der aus insgesamt fünf Teilen bestehenden Studie waren palästinensische und internationale Forscher, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere UN-Einrichtungen beteiligt. Sie gilt als die umfassendste Erhebung überhaupt zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen in den Palästinensergebieten. (APA/AFP)

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