Grass kündigt 70 Mitarbeiter

4. März 2009, 19:23
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Für rund 800 Beschäftigte des Beschlägeherstellers soll ab April Kurzarbeit eingeführt werden

Bregenz - Der zum Würth-Konzern gehörende Vorarlberger Möbelbeschlägehersteller Grass GmbH hat beim Arbeitsmarktservice (AMS) infolge der weltweiten Absatzkrise für 70 Mitarbeiter die Kündigung beantragt. Zudem soll ab April Kurzarbeit für 800 der rund 900 in Österreich verbliebenen Beschäftigten eingeführt werden. "Umsatzeinbrüche, Insolvenzen und Auftragsstornierungen unserer Kunden haben die Auftragslage in den letzten Monaten stark reduziert", begründete Geschäftsführer Christoph Walter am Mittwoch in einer Aussendung die Maßnahmen.

Grass beschäftigt zur Zeit weltweit etwa 2.000 Mitarbeiter, davon rund die Hälfte an den zwei Vorarlberger Standorten Höchst (Bezirk Bregenz) und Götzis (Bezirk Feldkirch). Auch in der Stadt Salzburg wird ein Standort betrieben. Ab Herbst, wenn die Kündigungen greifen, werden es noch etwa 900 sein. "Wir haben die Verträge von unseren rund 40 Leiharbeitern nicht verlängert. Aber im Gegensatz zu anderen Vorarlberger Industriebetrieben entsprach es unserer Philosophie, mit bisher nur vier Prozent den Anteil der Leiharbeiter niedrig zu halten", erklärte Walter.

Vier Monate Kurzarbeit

Beim Verhandlungsstart mit den Sozialpartnern und den Vertretern des AMS am Mittwoch wurde laut Walter eine Reduzierung der Arbeitsleistung auf 70 bis 80 Prozent beantragt. Die Kurzarbeits-Phase soll vier Monate dauern. Ausgenommen von der Kurzarbeit seien vereinzelte technische Abteilungen, der Sondermaschinenbau, Marketing und Vertrieb sowie die 70 Lehrlinge.

Bis jetzt habe man mit Instrumenten wie dem Aufbrauchen von Zeitguthaben und Resturlauben agiert. Nun aber müsse man mit "schmerzvollen Maßnahmen" reagieren, um die Arbeitsplätze der 900 Mitarbeiter in Österreich zu halten. "Denn wir rechnen nicht mit einer Erholung der globalen Wirtschaftslage noch in diesem Jahr", sagte der Geschäftsführer. Das Top-Führungsteam von Grass leiste einen solidarischen Beitrag, indem es auf einen Teil seines Gehalts verzichte.

Walter betonte, dass die für heuer vorgesehenen Investitionsprogramme trotz der Krise weitergeführt würden. Für die Entwicklung neuer Produkte sei für Grass ein Investitionsvolumen von 30 Mio. Euro genehmigt. An den beiden Vorarlberger Standorten seien in den beiden vergangenen Jahren bereits 40 Mio. Euro investiert worden. Im Geschäftsjahr 2007 hatte allein der in Vorarlberg erzielte Umsatz von Grass 297,5 Mio. Euro betragen. (APA)

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