"Verzerrtes Bild" von der Arbeit der EU-Abgeordeten

4. März 2009, 19:03
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Vertrauen der Österreicher in EU-Abgeordnete von 43 Prozent im Frühling 2008 und 47 Prozent im Herbst auf nunmehr elf Prozent gefallen

Brüssel - Mit Staunen wurde am Mittwoch im EU-Parlament die neue Eurobarometer-Umfrage zur Kenntnis genommen. Ihr zufolge ist das Vertrauen der Österreicher in Ihre EU-Abgeordneten von 43 Prozent im Frühling 2008 und 47 Prozent im Herbst auf nunmehr elf Prozent gefallen.

Bei Gallup Österreich führt man diesen Einbruch auf eine veränderte Fragestellung zurück: In den Frühlings- und Herbstumfragen würde jeweils direkt das Vertrauen in die Institution EU-Parlament abgefragt. Bei der nun vorgestellten Umfrage wurde unter dem Titel "Vertrauen in die Institutionen" gefragt, "welcher der folgenden politischen Vertreter am besten geeignet ist, Ihre persönlichen Interessen auf europäischer Ebene zu verteidigen". Hier bekamen die EU-Abgeordneten mit elf Prozent deutlich weniger Zustimmung als das Parlament als Institution. Deutlich mehr vertrauen die Österreicher den nationalen Politikern mit 47 Prozent.

Der ÖVP-EU-Abgeordnete und Vizechef der Christdemokraten im EU-Parlament, Othmar Karas, meinte dazu zum Standard: "Diese Umfragewerte wundern mich gar nicht. Es ist das Ergebnis der ständigen Missachtung unserer Tätigkeit durch die Innenpolitik" , und dadurch ergebe sich ein verzerrtes Bild von der Arbeit der Abgeordneten. Hier werde Politik gegen das EU-Parlament gemacht. Zudem würden zeitgleiche Umfragen über das Parlament als Institution deutlich bessere Werte bringen: "In diesem Sinne ist alles relativ." (mimo/DER STANDARD, Printausgabe, 5.3.2009)

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