Krise bringt ärmste Länder an Abgrund

4. März 2009, 17:22
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IWFverlangt zusätzlich 25 Milliarden Dollar, warnt vor humanitären Katastrophen

Washington - Die ärmsten Länder der Welt brauchen gegen die Auswirkungen der Finanzkrise nach Einschätzung des IWF (InternationalerWährungsfonds) in diesem Jahr zusätzlich 25 Milliarden Dollar (20 Milliarden Euro)an Unterstützung. Der Bedarf könne im schlimmsten Fall auf bis zu 140 Milliarden Dollar steigen, falls sich die Krise verschärfe, erklärte der Internationale Währungsfonds am Dienstag. In den Ländern mit niedrigen Einkommen seien massive Folgen für Wachstum und Stabilität zu befürchten.

Nachdem die Krise zunächst die Industriestaaten und dann die Schwellenländer getroffen habe, rolle nun eine dritte Welle auf die ärmsten und verwundbarsten Länder der Welt zu, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Die Krise gefährde das höhere Wachstum und die größere politische Stabilität, die im vergangenen Jahrzehnt in Entwicklungsländern erreicht worden sei. Einigen Staaten drohten sogar bewaffnete Konflikte.

"In einer Zeit, in der die Industrieländer hunderte Milliarden Dollar für Konjunkturpakete und den Wiederaufbau des Finanzsektors ausgeben, müssen wir auch der Hilfe für arme Länder einen Platz einräumen", sagte Strauss-Kahn.

Derzeit seien 26 Staaten, darunter viele erdölexportierende Länder, vom weltweiten Schrumpfen der Wirtschaft und dem Rückgang der Rohstoffpreise besonders betroffen, hieß es in dem IWF-Bericht. Gerade Länder, die erste Schritte auf dem internationalen Finanzmarkt unternommen hätten, gerieten nun in Schwierigkeiten. Dies mache Hilfsgelder notwendig. Der IWF befüchtet aber, dass die Hilfsgelder in diesem Jahr um bis zu 30 Prozent abnehmen könnten, da viele Industrieländer wegen der Krise ihre Unterstützung zurückfahren könnten.

Rumänien verhandelt mit IWF

Indes verhandelt auch Rumänien mit IWF und EU über ein Rettungspaket, um Außenhandelsdefizit und Staatsausgaben zu finanzieren. Zwar lag das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2008 noch bei sieben Prozent, betrug zu Jahresende jedoch nur noch 2,9 Prozent. Experten gehen davon aus, dass Rumäniens BIPheuer schrumpfen wird. Die rumänische Industrie produziert vor allem für die rezessive Euro-Zone. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 05.03.2009)

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