Apolo kommt

4. März 2009, 17:24
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Olympiasieger und Shorttrack-Superstar Ohno bei Titelkämpfen in Wien am Eis: "Gebe nur noch alles, wenn es darauf ankommt"

Wien - Wien erlebt von Freitag bis Sonntag einen der etwas seltener gewordenen Auftritte von Apolo Anton Ohno. Der US-Amerikaner ist seit rund zehn Jahren ein Star der internationalen Short-Track-Szene und vor allem auch durch seine schillernde Persönlichkeit abseits des Eises bekannt. Der heute 26-Jährige erhielt sogar schon Angebote aus Hollywood, sein angestammtes sportliches Metier will er nun aber doch nicht so schnell aufgeben.

Ohno (www.apoloantonohno.com) ist aber im Oval nun eben doch nicht mehr so oft mit vollem Engagement zu sehen wie früher, damit bietet er der Konkurrenz weniger Gelegenheit zum Video-Studium seines Fahrstils. "Ich gebe jetzt wirklich nur noch alles, wenn es darauf ankommt. Meistens jedoch erprobe ich neue Strategien", erklärte der Olympiasieger über 1.500 m in Salt Lake City 2002 und über 500 m in Turin 2006. In Wien jedenfalls kommt es darauf an.

Noch fünf oder gar zehn Jahre lang will Ohno aktiv bleiben, nachdem er vor nunmehr zwölf Jahren erstmals US-Meister geworden war. Dennoch wurde über ihn in den Staaten bis zu den Turin-Spielen nur alle vier Jahre größer berichtet, in vielen Sportarten bewegt in den Staaten eben nur Olympia etwas. Doch vor zwei Jahren stieg Ohnos Popularität sprunghaft an, nachdem er mit Profi-Tänzerin Julianne Hough bei "Dancing with the Stars" gesiegt hatte.

Dies ist das US-Pendant des am Freitag in ORF 1 mit der nächsten Staffel beginnenden Quoten-Hits "Dancing Stars". "Es war unglaublich, wie populär diese Show war", meinte der in Seattle von seinem japanisch-stämmigen Vater Yuki Ohno aufgezogene nunmehrige "Kufen"-Ass. "Mein Bekanntheitsgrad ist dadurch ins Unermessliche gestiegen." Ohno hatte in der Show nicht nur mit Tänzerischem, sondern auch mit seinem Aussehen, Charisma und seiner Bühnen-Präsenz beeindruckt.

"Aber ich werde auch noch in Jahren die Möglichkeit haben, Schauspieler oder Ähnliches zu werden", nahm der am 22. Mai 1982 Geborene zu Angeboten Stellung, das Metier zu wechseln. "Jetzt bin ich noch gesund und ich bin noch jung genug für Short Track." Ohno könnte bei den Spielen 2010 in Vancouver zumindest der Medaillenanzahl nach zum erfolgreichsten US-Wintersportler werden. Eisschnellläuferin Bonnie Blair ist es aktuell mit fünf Gold- und einer Bronze-Medaille.

Ohno hält bei je zwei olympischen Gold- und Bronze- sowie einer Silber-Medaille. Dass er es soweit schafft, daran hatte der Student in den Anfängen seiner Laufbahn nicht gedacht. Sein Vater - Besitzer eines Friseurladens - hatte es ihm 1996 ermöglicht, 14-jährig in Lake Placid beim bekannten Trainer Pat Wendtland unterzukommen. Doch die Anfänge waren nicht einfach, als 16. der US-Trials verpasste Ohno ein Jahr später die Olympia-Nominierung für Nagano 1998 klar.

2001 war ihm aber der sportliche Durchbruch gelungen, als er sozusagen den Weltcup-Grand-Slam mit den Siegen über 500, 1.000 und 1.500 m sowie der Gesamtwertung holte. 1.500-m-Gold in Salt Lake City sorgte aber auch für Diskussionen, da es erst nach Disqualifikation des Südkoreaners Kim Dong-sung wegen Behinderung dazu gekommen war. Ohno wurde daraufhin in Südkorea zum meistgehassten Athleten.

Der Olympiasieg des Koreaners Ahn Hyun-soo 2006 in Turin wurde daher bei den Asiaten immens hochgejubelt, umso mehr, als Ohno nur das B-Finale erreicht hatte. Er hielt sich allerdings mit dem 500-m-Titel schadlos. Unvergessen auch die 1.000-m-Entscheidung 2002, als ein Sturz alle Finalisten inklusive Ohno zu Boden Riss, nicht aber den hinterherlaufenden Steven Bradbury. Der Australier lief über die Ziellinie, war Olympiasieger. Ohno errappelte sich am schnellsten und holte Silber. (APA/Reuters)

 

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    Profitänzerin Julianne Hough und Kufenprofi Anton Ohno

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