Wie kamen die "Gastarbeiter" nach Europa?

5. März 2009, 10:16
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    foto:fotoarchiv huerriyet

    Im Wienmuseum am Karlsplatz beschäftigte sich 2004 eine Ausstellung mit den "Gastarbajteri", wie die Gastarbeiter im südslawischen Raum lautmalerisch genannt wurden.

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    Die moderne Form des Gastarbeiters: Ein polnischer Spargelstecher auf dem Feld in Deutschland.

Wie und warum kamen die Gastarbeiter in die Länder Westeuropas? derStandard.at hat nachgefragt

User Jan K. aus Wels fragt: In Österreich wird oft von türkischen Gastarbeitern und ihren Nachkommen gesprochen. Wie und warum kamen die  "Gastarbeiter" in die verschiedenen europäischen Länder?

derStandard.at antwortet:

Lieber Herr K.,

Die Geschichte der Gastarbeiter ist eine Geschichte der Missverständnisse. Oder, um mit dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch zu sprechen: Wir riefen nach Arbeitskräften und es kamen Menschen. Und die in nicht unbeträchtlicher Zahl.

Zum Beispiel nach Deutschland: Alleine aus der Türkei kamen ab 1961 nach einem Anwerbeabkommen zwischen den beiden Staaten mehr als 800.000 Gastarbeiter. Im Sinne des „Rotationsprinzips" sollten die Türken, meist junge, unverheiratete Arbeiter, zwei Jahre in deutschen Industrie- und Bergbaubetrieben arbeiten und danach in ihre Heimat zurückgehen und von neuen Gastarbeitern ersetzt werden. Lebten 1961 nur knapp 7.000 Türken in der Bundesrepublik, waren es zehn Jahre später schon beinahe 700.000. Das Rotationsprinzip fand kaum Anwendung, Unternehmen wollten nach zwei Jahren nicht auf ihre eben eingearbeiteten Mitarbeiter verzichten und sie durch neue, unerfahrene Gastarbeiter ersetzen. Und die "Fremden" wollten oftmals nicht wieder zurück in das Land, aus dem sie auf der Suche nach Jobs ausgezogen waren. So wurden es im Laufe der Sechziger- und Siebzigerjahre insgesamt fünf Millionen Menschen, die in Deutschland als Gastarbeiter ankamen und teils samt Familie als Migranten blieben. Neben den Türken waren dies vor allem Italiener, Griechen, Spanier, Jugoslawen und Portugiesen.

Oder die Niederlande. Dorthin kamen die ersten Gastarbeiter Ende der Fünfzigerjahre, vor allem aus den südeuropäischen Ländern Italien und Spanien. Die Regierung warb danach aktiv um niedrig qualifizierte Arbeiter, vor allem in der Türkei und in Marokko, weil dafür Bedarf in den neuen Industrien der Nachkriegszeit bestand. Zum Teil fuhren Unternehmer selbst in den Süden, um dort Arbeiter anzuwerben, zum Teil halfen ihnen die Behörden dabei. In den Siebzigerjahren strömten neben den Gastarbeitern auch Arbeitnehmer aus der früheren niederländischen Kolonie Surinam ins europäische Mutterland. Erst waren es vor allem Studenten, die an den niederländischen Universitäten studieren wollten, ab 1965 auch gering qualifizierte Einwanderer, die in den niederländischen Arbeitsmarkt drängten. Mit der Ölkrise 1973 ging die Phase des Wiederaufbaus, in der Arbeitskräfte im Ausland aktiv angeworben wurden, zu Ende. Das Rotationsprinzip zeigte aus vielen Gründen in den Niederlanden ebenso wenig Wirkung wie in Deutschland und Österreich, wo die Gastarbeiteranwerbung ähnlich vonstatten lief.

Heutige Hotspots der Gastarbeiter-Migration sind neben den russischen Großstädten Moskau und St. Petersburg, wo vor allem Menschen aus den südlichen Kaukasus-Staaten arbeiten, auch die arabischen Golfstaaten wie Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, sowie Singapur. Hunderttausende Gastarbeiter sorgen dort oft unter erbärmlichen Verhältnissen und ohne jeglichen rechtlichen Schutz für die menschliche Arbeitskraft, die hinter dem Boom am Golf steckt.  (red, derStandard.at, 4.3.2009)

Weitere Informationen: Gastarbajteri

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Posting 1 bis 25 von 161
1 2 3 4
maria i
00
30.5.2009, 21:07
Anwerbestop 1973

Hey,
Könnte mit jemand vielleicht die Sache mit dem Anwerbestop 1973 aufgrund der Ölkrise erklären? Heißt das, dass es nun weniger Jobs in Deutschland gab und deshalb weniger Gastarbeiter kamen?

Die FPÖ ist mir zu links
 
87
31.3.2009, 13:24
Heimreise ist eine Lösung

Die Einwanderer namentlich aus der Türkei erweisen sich hartnäckig als bildungsresistent. Da die ö. Wirtschaft in den letzten Jahrzehnten stark zur Wissenslastigkeit tendiert, steht die Frage im Raum, ob die Gastarbeiter und deren Nachkommen überhaupt noch gebraucht werden- ich glaube nein.

Daher wird für sie schon bald die Frage auftauchen, ob eine Heimreise ins Herkunftsland nicht doch vorteilhafter wäre, denn auch die Türkei hat in der Zwischenzeit beträchtlichen Fortschritt gemacht.

Gespräche mit ansässigen Türken zeigten derartige Überlegungen.

diamant
02
31.3.2009, 17:43
Gehen sie schon mal mit gutem Beispiel voran!

Thomas Gummibaer
58
27.3.2009, 10:16
so, wie sie gekommen sind,

koennen sie auch wieder gehen.

Reece384
65
27.3.2009, 14:33
so wie du den mund aufgemacht hast...

...kannst du ihn auch wieder schließen...

Rosa Kosik
29
14.3.2009, 23:08
Die "Gastarbeiter" wurden geholt, weil ...

die hiesigen Arbeiter immer frecher wurden und das passte der Unternehmerschaft nicht.

So holte man sich Konkurrenz für die "freche hiesige Arbeiterschaft" so einfach ist das, ....
auch wenns gerne vernebelt wird!

Ich habs ja schon immer gesagt!
01
13.3.2009, 11:14
ich würde meinen:

mit dem zug, dem auto, per schiff und manche sogar mit den flugzeug.

DrSigmundFreud
 
28

papi ist 1964 in wien eingetroffen :-)
ganz klassisch mit zug und direkt auf eine baustelle
so ein richtiger fremder war er aber auch nicht da er 1915 als untertan unseres kaisers geboren wurde :-)

grandia
31
16.3.2009, 09:19
ich weiß schon ...

ESSbeSTeck?

die großbuchstaben sollen die richtige aussprachweise simulieren ...

el dus
 
922
Die Organsitation der Zuwanderung fand ohne Information und ohne Zustimmung der Bevölkerung statt

Ein kleiner Klüngel aus Menschen mit wirtschaftlichen Interessen und von Politikern, die sich mehr Wählerstimmen versprachen, drückten der Bevölkerung die Zuwanderung auf's Aug.
Die wurde genausowenig gefragt, wie wir heute von unserem EU - euphorischen Politklüngel. Interessensmäßig ist's dieselbe Lobbyvereinigung.

Seth Erh
33
11.3.2009, 13:56
Ohne keine Infos ist ein wenig weit hergeholt (Zeitung Lesen!)...

...und die Zustimmung gibt man in Parlamentarischen Demokratien indem mensch A: Wählt B: Nicht Wählt C: ungültig wählt D: eine Partei unterstützt um an Wahlen Teilzunehmen E: sich Aktiv in einer Parlamentspartei engagiert;
d.h. Alle Menschen die zu dieser Zeit ÖVP(Unternehmerpartei die gewillt war, dass Menschen zum Arbeiten kommen) oder SPÖ(damals 2. Starke Kraft) gewählt haben, sollten sich jetzt die Frage stellen warum sie das gemacht haben. Erst ÖVP oder SPÖ wählen und der Migration zustimmen und dann auf FPÖ oder BZÖ wechseln und sagen ist doch nicht das was ich wollte - schiebt sie wieder ab -
Borderline Syndrom nenn ich das

sdf sdfs
01
15.3.2009, 12:27
Die wahlen haben den nachteil, dass randthemen nicht genügend aufmerksamkeit erhalten und von den hauptthemen zugedeckt werden.

Meistens wählen die wähler wegen sie direkt betreffender finanzieller vorteile die parteien und daher können sich probleme unbeachtet entwickeln, bis sie ein enormes ausmaß angenoimmen haben. Erst dann merken die wähler, dass man dagegen auch mit seiner (armseligen) wahlstimme dagegen etwas unternehmen sollte.
Daher bin ich für mehr direkte demokratie. Die könnte zumindest theoretisch viel schneller reagieren

I. O.
157
nun unsere Großpapis

haben Weltkriege und Zerstörung angezettelt...nach dem Weltkrieg II waren einfach zu wenig kräftige junge Männer da, welchen Westeuropa wieder zu eine moderne Wirtschaftliche Großmacht ausbauen könnten.Es wurde nur Möglich durch die unzählige Einwanderer!

a grünes stricherl
 
05
27.3.2009, 13:51
das ist falsch

die migration setzte erst ein als west und mitteleuropa längst den aufstieg geschafft hatten

die wirtschaft florierte nur derart dass platz für mehr arbeitnehmer war als manche staaten aufbieten konnten ... und natürlich schätzte die wirtschaft es gar nicht dass die arbeiter sich zu starken gewerkschaften organisiert hatten .. vorwiegend dafür brauchte man (anfangs) die zuwanderung.

der aufbau fand vorher statt.

so wichtig zuwanderung ist .. sollte man beim argumentieren schon bei der wahrheit bleiben.

die naive
04
27.3.2009, 10:36

GAST-Arbeiter (in Deutschland waren dies damals großteils Griechen und Italiener) kamen erst, nach dem Schutt und Asche schon längst von den Einheimischen weg geräumt waren und der wirtschaftliche Aufschwung da war.

Antun Zonger
05

Ich hab kein schlechtes Gewissen wegen meines Großvaters. Nicht, weils mein Großvater war, sondern weil in mir immer mehr die Überzeugung wächst, daß es offenbar- und Ihr erster Satz bestärkt mich - nur darum ginge, den nächsten Krieg zu gewinnen.
Und da wird dann Ihr Einleitungssatz erst richtig schlimm.

Wir hatten nach dem Krieg eine ordentliche Arbeitslosigkeit und erst in den 60ern kam alles richtig in Schwung. Und zwar ziemlich nachhaltig.
Im Psot von DrSigmundFreud steht ein Teil des heutigen Problems beschrieben: die ersten kammen per k.u.k.-Binnenwanderung und wären 1914 nichteinmal Ausländer gewesen. Jetzt scheints, als ob wir Kolonien gehabt hätten.

I. O.
32
Meine Großvater

wurde Opfer bei diese "Kriegsspiel" unsere Großvaters....
und ich besuchte in Italien Futa Pass (Soldaten Friedhof, http://www.volksbund.de/Jugend_Sc... _pass.asp)
Besuchen Sie mal diese Gedenkstätte.... und wenn sie die unzählige Gräber von junge Menschen sehen ...denken sie nach ihren Überzeugung!
Futa Pass ist nur eine von vielen Soldatenfriedhöfe!
Die Schutt und Asche wegräumen schufteten Frauen, Kinder, Alten, und auch Invaliden wie sie halt könnten...Erst aufwerts gegangen nach dem Marschal-Plan... und da brauchten Arbeitern!

Jana Nerudová
03
27.3.2009, 09:26

Bitte?

r. g.4
111
Kleiner Irrtum

Als die Wirtschaft schon so richtig brummte, die Trümmer weggeräumt waren, das Wirtschaftswunder in voller Blüte stand, kamen die Gastarbeiter. Die wurden von jenen geholt, deren Geldgier groß war. Angeblich gibt es auch heute noch solche gierigen Leute, die die Folgen ihres Tuns nicht so ganz abschätzen konnten/können.

wu-wien
00
ja genau als die wirtschaft wieder brummte und blühte oder...

....oder in zeiten der hochkonjuktur braucht man auch viele neue arbeiter in zeiten der krise wohl kaum.und diese arbeiter gab es im nachkriegseuropa nicht.

r. g.4
01
Ein großer Irrtum a la Finanzkrise.

Sie meinen, Italiener, Portugiesen und Yugoslawen gehören nicht zu Europa?
Es gab nicht nur Türken, aber die gehören ja jetzt auch zu Europa. Die Yugos und Italiker hatten übrigens auch alle den Weltkrieg zu erleiden. Wieviele Prozent der arbeitenden Gesamtbevölkerung waren denn die Gastarbeiter.Wieviele Prozent der Wirtschaftsleistung erbrachten sie?Sehn's, das wissen's nicht und glauben einfach, wir wären in Armut versunken ohne die. Was' uns wirklich gekostet haben, hat sowieo nie einer gewagt, richtig zu errechnen. Da wurden immer diverse Soziallasten ausgeblendet. Wie üblich, gab es auch damals eine Sozialisation der Verluste und eine Fehleinschätzung zukünftiger Kosten. Ein großer Irrtum a la Finanzkrise..

grandia
10
16.3.2009, 10:00
nachfrage ...

liebe schnucki ... die italiker heißen itaker ...

und jetzn verratest du uns bitte, was die ausländer seit anfang der immigration, die österreicher gekostet haben ...

wu-wien
00
klar gehören die zu europa aber die hatten damals keine hochkonjuktur ...

...also wirtschaftlichen gute entwicklung wo neue arbeitsplätze geschaffen werden also brauchten sie auch keine neuen arbeiter.
klar geht der aufschwung im nachkriegswesteurope auch auf die hart arbeitenden inländer zurück aber als man es wirtschaftlich brauchte hat man sich ausländer geholt und wirtschaftlich profitiert.wie im beitrag geschrieben man wollte nur arbeiter aber holte sich menschen.

1116er
12
ich bin entsetzt über die grosse anzahl von grünen stricherln

es bedeutet nämlich, dass man nur verbal über "die politiker" und "den klüngel" herziehen muss. argumente? wozu. und wenn schon, dann können sie ruhig so du dumm wie hier sein, in keiner diskussion würden sie auch nur 1 minute halten.
wenn man solchen schwachsinn dann entsprechend oft wiederholt, wird man von den zuhörerern auch entsprechende belohnt. GENAU so gehen die braunen dumpfbacken vor.

bist es eh vielleicht du, o straxe??

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