Vorarlberger Autohändler schließt zwei Standorte

4. März 2009, 14:55
posten

Opel Gerster GmbH will sich auf Standorte Dornbirn und Bludenz konzentrieren

Bregenz - Der Vorarlberger Kfz-Händler "Auto Gerster GmbH" mit Sitz in Dornbirn schließt als Reaktion auf die herrschende Absatzkrise zwei Standorte in Feldkirch und Lustenau. Die eigenständige Lustenauer Tochterfirma "Wilhelm Scandella Gesellschaft mbH & Co", die Gerster 2002 übernahm, meldete am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch Konkurs an. Betroffen seien sechs Dienstnehmer und acht Gläubiger, informierte der Kreditschutzverband 1870 (KSV) in einer Aussendung.

Als Grund für den Konkurs wurde der allgemeine Markteinbruch genannt. Die Schulden beliefen sich auf rund 60.000 Euro. "Es ist wichtig, zu reagieren, vor allem in Hinblick auf die Zukunft", so Geschäftsführer Christoph Gerster, der mit Opel, Suzuki, Saab und Chevrolet handelt. Die Situation für das Autohaus sei jetzt noch nicht gravierend, aber bei den Vertragseingängen habe man im Jänner/Februar 2009 Rückgänge von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert. 2008 wurde ein Umsatz von 29,5 Mio. Euro (2007: 30) erzielt.

Die sechs Mitarbeiter in Feldkirch, darunter zwei Lehrlinge, würden auf die restlichen Standorte aufgeteilt. Für die sechs Mitarbeiter in Lustenau sehe man derzeit keine Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung, bedauerte Gerster. Aktuell beschäftigt Gerster 102 Mitarbeiter, zukünftig werden es 96 sein. Man habe expandiert, weil man mit einem Wachstum gerechnet habe, das sich nun nicht einstellte. "Die Kosten waren für diese harten Zeiten einfach zu hoch", so der Geschäftsführer. Auto Gerster werde sich nun auf die verbleibenden Standorte in Dornbirn und Bludenz konzentrieren.

Vorsichtiger Optimismus

Bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV) übte man sich unterdessen in vorsichtigem Optimismus. Dem Fahrzeughandel in Vorarlberg gehe es "eigentlich nicht so schlecht, wie immer berichtet wird", so Norbert Stieger, zuständiger Gremialgeschäftsführer. Bei PS- und hubraumstarken Wagen gebe es zwar Absatzschwächen, nicht aber bei kleineren Modellen. Dass es zu einem Konzentrationsprozess kommen könnte, glaubte Stieger nicht, obwohl "der Autohandel in Vorarlberg gut bis zu stark besetzt" sei.

Die Verschrottungsprämie werde einen kleinen Impuls bringen, sei aber nur "ein Tröpfle auf den heißen Stein", erklärte Stieger. Ähnlich sah es Gerster. "Bei uns hat man im Vergleich zu Deutschland zu lange herumgetrödelt", so der Autohändler. Man spüre zwar eine gewisse Nachfrage, aber viele seien verunsichert. Dagegen habe Auto Gerster im After-Sales-Markt, also etwa bei der Reparatur, Zuwächse verzeichnet. "Ein Zeichen dafür, dass die Leute einen Neuwagenkauf hinauszögern und halt das Auto doch noch ein Jahr fahren, einen neuen Satz Reifen kaufen oder eine Reparatur machen lassen", so Gerster zuversichtlich. (APA)

Share if you care.