Reisende sollten Tollwut-Impfung nicht vergessen

4. März 2009, 14:54
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Apothekertagung: Risiko für problematischen Tierkontakt bei 1:5.000 - Neue Japan-Enzephalitis-Impfung in wenigen Wochen

Saalfelden - Die Krankheit ist absolut tödlich: Tollwut (Rabies). Erst vor kurzem wurde Österreich für tollwutfrei erklärt. Doch schon in den östlichen Nachbarstaaten lauert die Gefahr, erst recht in weiterer Entfernung. "Das potenzielle Risiko ist relativ groß", warnte bei der 42. Wissenschaftlichen Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer in Saalfelden (bis 6. März) der Wiener Tropen- und Reisemediziner Herwig Kollaritsch.

"Einer von 5.000 Reisenden hat einen verdächtigen Tierkontakt. Das kann auch ein kleiner Kratzer sein. Auch kleine Kinder, die in Clubatmosphäre mit Hunden spielen und so auf Augenhöhe mit den Tieren sind, sind gefährdet. Sie werden von Hunden abgeschleckt. Da kann die Tollwut von einem infizierten Tier über die Schleimhäute übertragen werden. Die Verbreitung der Krankheit ist weltweit sehr groß", sagte Kollaritsch.

Tödliche Tollwut

Der fatale Fall einer niederländischen Touristin in Kenia im Jahr 2007: Der 34-jährige Frau fliegt eine Fledermaus ins Gesicht, sie wird minimal an der Haut gekratzt. Drei Wochen später wird sie in Amsterdam in eine Klinik eingeliefert und stirbt später. Eine Behandlung gibt es nicht.
Dagegen kann man sich schützen. Die modernen Tollwut-Impfstoffe sind gut verträglich. Empfohlen wird auf jeden Fall die prophylaktische Impfung. Dann sollte bei einem verdächtigen Tierkontakt auf jeden Fall der Arzt aufgesucht und im Zweifelsfall eine weitere Impfung erfolgen. Der Experte: "Die Impfung vor einer Exposition gegenüber dem Tollwut-Virus ist auf jeden Fall besser als die Impfung danach." Wer von einem Tier verletzt wird - auch bei einer leichten Verletzung - sollte auf jeden Fall den Arzt aufsuchen, um die Wunde ordentlich versorgen zu lassen. Das kann nämlich auch vor ganz anderen gefährlichen Infektionen schützen. Speziell gilt das für Bisswunden, die praktisch immer mit einer Infektion einhergehen.

Bereits in den kommenden Wochen soll ein neuer von dem Wiener Biotech-Unternehmen Intercell entwickelter Impfstoff gegen die Japan-Enzephalitis zugelassen werden. Er wird wesentlich besser verträglich sein als der alte, der kaum mehr erhältlich war. In den Zulassungsstudien zeigte sich, dass er auch eine deutlich stärkere Antikörperantwort hervorruft.  Allerdings, so Kollaritsch: "Wir haben selten Fälle bei Touristen. Einer von 25 bis einer von 250 Infizierten wird krank." Die Übertragung der mit dem FSME-Virus verwandten Erreger findet über Stechmücken statt. Das Verbreitungsgebiet reicht von Indien bis Japan. Man schätzt die Zahl der jährlichen Erkrankungen auf 40.000. Auf den Philippinen haben beispielsweise 20 Prozent der Schulkinder Antikörper nach einer Infektion mit dem Virus im Blut. Oft verursacht das Virus nur unspezifische Symptome. Gefährlich können allerdings Gehirnhautentzündungen werden. (APA)

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    Einer von 5.000 Reisenden hat einen verdächtigen Tierkontakt auf Reisen

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