Polizei will Prostitution bekämpfen

4. März 2009, 13:46
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Verstärkt Anzeigen gegen Freier geplant - Wer angezeigt wird, hat mit einem RSA-Brief zu rechnen

Wien - Die Wiener Polizei will der Prostitution im Leopoldstädter Stuwerviertel mit Anzeigen gegen die Freier zu Leibe rücken, bestätigte Peter Goldgruber, Leiter der sicherheits- und verkehrspolizeilichen Abteilung, nach einem Bericht von ORF-"Wien heute".

Dem Vertreter der Polizei zufolge ist das Problem der Prostitution in den vergangenen Monaten im Stuwerviertel erneut im Zunehmen begriffen. In einschlägigen Medien werde entsprechend dafür geworben. Die Exekutive will sich nun verstärkt dieses Themas annehmen. Das gilt Goldgruber zufolge übrigens nicht nur für das Stuwerviertel. Auch die äußere Mariahilfer Straße steht auf den Agenden.

Die Sanktionen gegen Freier macht der Paragraf sieben des Verwaltungsstrafgesetzes möglich. Es darf in einem 150 Meter großen Umkreis von Schulen, Kindergärten, Heil- oder Pflegeanstalten, Spielplätzen, Kirchen und anderen religiösen Stätten sowie Friedhöfen nicht der Prostitution nachgegangen werden. "Diese 150 Meter kann man als Freier erkennen", so Goldgruber. Außerdem gebe es aufgrund der Bestimmungen im Prostitutionsgesetz im Stuwerviertel kaum eine Möglichkeit, diesem Gewerbe nachzugehen.

Wer angezeigt wird, hat mit einem RSA-Brief zu rechnen. "Das ist eine zwingende Vorschrift", sagte Goldgruber. Schnellrichter würden nur dann eingesetzt, wenn die Gesetzesbrecher nicht auf postalischem Weg erreicht werden könnten. Dass den Betreffenden dabei unangenehme Fragen von ihren Frauen drohen könnten, sieht Goldgruber gelassen: "Das müssen sie sich vorher überlegen, wenn sie zu Prostituierten gehen."(APA)

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