"Terroristen finanzieren sich durch Raubkopien"

4. März 2009, 13:39
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Film-Piraterie werde als risikoarmes, aber lukratives Geschäft für Terroristen immer interessanter

In einer aktuellen Studie der RAND Corporation, finanziert von der europäischen Motion Picture Association, wird eine Verbindung zwischen Filmpiraterie und Terrorismus gezogen. Demnach sollen Terroristen Raubkopien von Filmen zur Finanzierung ihrer kriminellen Aktivitäten nutzen. Das sei in drei Fällen nachgewiesen, wie es in der Studie "Film Piracy and its Connection to Organized Crime and Terrorism" heißt.

Kommerzielles Raubkopieren

Nicht nur für das organisierten Verbrechen sondern zunehmend auf für Terroristen, vor allem "Mitglieder lokaler Terror-Zellen", sei der Diebstahl geistigen Eigentums eine lohnende Sache, da es sich dabei um ein relativ risikoarmes, aber äußerst lukratives Unterfangen handle. Die Studien-Autoren warnen jedoch davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Zumal sie diese Verbindung nur in drei dokumentierten Fällen herstellen konnten. Die Studie bezieht sich auf die kommerzielle Verbreitung illegal kopierter DVDs und nicht auf privates Filesharing.

Neue Studie, bekannte Ergebnisse

Neue Erkenntnisse liefert die Studie allerdings nicht. Bereits 2004 hatte die britische Filmindustrie in einer Kampagne gegen DVD-Raubkopien ebenfalls eine Verbindung zum Terrorismus hergestellt. Damals hieß es auf den Plakaten "Terrorist Groups sell DVDs to raise funds". Die Kampagne basierte auf einer Untersuchung der "Federation Against Copyright Theft (Fact)", demnach den nordirischen Paramilitärs Querfinanzierungen durch Raubkopien nachgewiesen worden seien. Wie in der aktuellen Studie hieß es auch damals, dass es sich dabei vor allem um ein lokales Phänomen handle. (red)

  • Studie: Terroristen finanzieren sich durch DVD-Raubkopien
    foto: epa

    Studie: Terroristen finanzieren sich durch DVD-Raubkopien

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