Vorsichtiger Optimismus

4. März 2009, 12:55
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Der Chef der Billigfluglinie ist trotz der massiven finanziellen Schwierigkeiten optimistisch, die Krise zu bewältigen

Wien - Für den gegenüber Hauptaktionär York offenen Kredit von 25 Millionen Euro erhofft sich die Fluglinie einen weiteren Zahlungsaufschub, sagte SkyEurope-Chef Jason Bitter in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Luftfahrtmagazin "Austrian Aviation Net".

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kredit nicht verlängert wird. Wenn sie ihr Geld zurückverlangen, könnten wir nicht bezahlen und sie müssten die Summe abschreiben", sagte Bitter. "In Bezug auf das negative Eigenkapital sieht es so aus, dass wir einer Lösung näherkommen", fügte er an.

York Global Finance, die 30 Prozent halten, hatten SkyEurope Mitte Februar ein weiteres Monat einen Zahlungsaufschub gewährt. Ursprünglich war der Kredit bereits im Herbst fällig.

"Unsere laufenden Kosten können wir durch die Einnahmen abdecken und erzielen derzeit sogar einen Überschuss, mit dem wir unsere Schulden abbezahlen. Jedes der letzten Monate konnten wir positiv abschließen - so etwas war noch nie da, nicht einmal im Sommer. Jede einzelne Strecke hat da mitgewirkt", so Bitter.

Quartalsverlust

Näheres sagte Bitter dazu dem Magazin nicht. Für das erste Quartal wurde kürzlich ein Verlust von 11,45 Millionen Euro gemeldet. Das Eigenkapital war mit 79,4 Millionen Euro im Minus.

"Wir konnten bereits viele Altlasten abbauen, beispielsweise unrentable Verbindungen streichen", sagte der SkyEurope-Chef. Die Verkehrszahlen der slowakischen Billigfluglinie waren zuletzt massiv rückläufig.

SkyEurope operiert von Bratislava, Wien und Prag aus. In Wien sei man zu schnell zu stark gewachsen. Nach dem Start mit zwei Flugzeugen wurde nach sieben Monaten auf sechs Maschinen aufgestockt, sagte Bitter.

"Wir haben mittlerweile unsere Nische gefunden. Derzeit entwickeln sich unsere Flüge sehr gut", so Bitter. Als Folge der Wirtschaftskrise hätten nun viele Firmen Richtlinien, dass ihre Mitarbeiter die günstigen Flüge nehmen müssen. "In Wien fliegt man etwa statt mit Austrian Airlines, in Prag statt mit Czech Airlines (CSA) mit SkyEurope. Wir sehen also mehr Geschäftsreisende als vorher", sagte Bitter.

Für die kommende Sommersaison sollen in Wien vier Flugzeuge stationiert werden, eines weniger als letzten Sommer. Insgesamt benötigen die Slowaken elf bis zwölf Maschinen.

"Zu den vier eigenen Boeing 737-700, den jeweils zwei 737-500 und 737-300 auf Leasingbasis sollten bis Ende Mai noch drei oder vier Flugzeuge dazukommen", sagte Bitter. (Reuters)

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