Grazer Zeithistoriker im Zeichen der Offenheit

4. März 2009, 12:32
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Zweitägige Konferenz im April anlässlich der 25 Jahre alt gewordenen Abteilung für Zeitgeschichte

Graz - Die Universität Graz verfügt seit 25 Jahren über eine eigene Abteilung für Zeitgeschichte. Aus den etwa 100 Dissertationen der Abteilung sind Forschungsbereiche entstanden, die sich durch eine große Vielfalt auszeichnen. Eine Standortbestimmung der Zeitgeschichtsforschung in Graz unternimmt ab dem 2. April die zweitägige Konferenz "in progress - in arbeit" im Grazer Meerscheinschlössl.

Mit der Berufung Helmut Konrads an die Universität Graz im Jahr 1984 entstand am Institut für Geschichte ein eigener zeithistorischer Fachbereich. Nach 25 Jahren ist das Kernteam noch immer unverändert, um diese vier Personen hat sich allerdings ein beachtliches wissenschaftliches Umfeld herausgebildet. In Fragen der Arbeitergeschichte, der regionalen Identitätskonstruktionen, die Migrationsforschung und Jüdische Studien bis hin hin zum Themenkreis Widerstand und der Verfolgung haben sich die Grazer Zeithistoriker einen Namen gemacht.

"Es war stärker die Form als der Inhalt"

Die internationale Zeitgeschichteforschung zeichnet sich seit den 1970er-Jahren durch der Prozess einer fortschreitenden Diversifizierung und Öffnung für interdisziplinäre Fragestellungen aus. Das lässt sich auch an den Forschungsbereichen der Grazer Zeithistoriker ausmachen: "Es gab nie eine 'Schule' der Grazer Zeitgeschichte, sondern stets eine Prägung durch Offenheit. Es war stärker die Form als der Inhalt, der die Gruppe zusammenhielt und hält, das Gesprächsklima", resümiert Abteilungsvorstand Konrad. Er selbst hatte sich im Jahr 1980 an der Universität Linz für Neuere Geschichte, Zeitgeschichte habilitiert und wurde 1984 nach Graz berufen. Die kommende Grazer Tagung beschreibt die aktuellen Arbeitsfelder der Abteilung.

Der Abend des ersten Konferenztages wird mit einer Diskussion mit erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen der Abteilung gewidmet sein, die keinen "klassisch' wissenschaftlichen Karriereweg beschritten haben: Unter ihnen Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Landesmuseum Joanneum, Edeltraud Glettler, Sektionsleiterin im Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz oder der Kommunikationschef der Caritas Steiermark, Harald Schmied. (APA)

Konferenz "in progress- in arbeit", 2. bis 3. April 2009, Universität Graz, Meerscheinschlössl. Ein Sammelband mit Beiträgen von an der Grazer Abteilung Lehrenden und Forschenden sowie ehemaligen Studierenden von Helmut Konrad ist als Festschrift zu Konrads 60. Geburtstag bereits erschienen: "Mapping Contemporary History", Margit Franz et al., Böhlau 2008, 436 Seiten, 35 Euro

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