Gläubiger entmachtet Valencia-Präsident

4. März 2009, 12:17
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Vertrauensmann von Bancaja soll schwer verschuldeten Klub führen, der bei der Sparkasse mit 240 Millionen in der Kreide steht

Valencia - Ein riesiger Schuldenberg und anhaltende Zahlungsschwierigkeiten haben beim  FC Valencia einen Machtwechsel zur Folge. Hauptaktionär Juan Soler kam mit dem größten Gläubiger des Klubs, dem Geldinstitut Bancaja, überein, den Vereinspräsidenten Vicente Soriano abzulösen. Der bisherige Generaldirektor Javier Gomez soll nach Presseberichten vom Mittwoch zum Geschäftsführer ernannt werden und die Geschicke des Vereins bestimmen.

Der Wirtschaftsexperte gilt als ein Vertrauensmann von Bancaja. Der Verein steht bei der Sparkasse mit 240 Millionen Euro in der Kreide. Die Gesamtschulden betragen nach Angaben der Zeitung "El País" mehr als 450 Millionen Euro. Der bisherige Vizepräsident Miguel Zorío kündigte ebenfalls seinen Rücktritt an.

Der spanische Pokalsieger ist seinen Profis seit Wochen Gehaltszahlungen von insgesamt 15 Millionen Euro schuldig, da er keine Kredite mehr bekommt. Die Bauarbeiten am neuen Stadion, das im kommenden Jahr eingeweiht werden sollte, mussten bis auf weiteres gestoppt werden. Zur wirtschaftlichen kam eine sportliche Krise hinzu. Der FC Valencia verlor nach einer Serie von Niederlagen in der Primera Division den Anschluss zur Spitze und schied aus dem UEFA-Cup und dem spanischen Pokal aus.

Die Spieler dementierten Mutmaßungen, der Leistungseinbruch könne mit den ausbleibenden Gehaltszahlungen zu tun haben. Die Finanzprobleme der Hafenstädter gehen darauf zurück, dass man infolge der Immobilienkrise bisher keinen Käufer für das Gelände seines Mestalla-Stadions fand. Der FC Valencia hatte gehofft, für das Terrain mehr als 300 Millionen Euro zu erlösen und damit seine Finanzen sanieren zu können. (APA/dpa)

 

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