Schwab: "Kaum Beschwerden wegen Meldesystem"

4. März 2009, 10:37
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Chef der Österreichischen Anti-Doping-Agentur über Verschärfungen: Es gibt keine Alternative

Wien - Der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA Austria, Andreas Schwab, bringt wenig Verständnis für die Aufregung um das seit Jahresbeginn geltende neue Meldesystem der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf. "Das wird von einigen wenigen Sportlern sehr hochgespielt. Bei uns gibt es deswegen sehr wenig Beschwerden", betonte der Steirer.

Der neue WADA-Code sieht Verschärfungen im Kontroll- und Meldesystem vor. Die Athleten müssen für jeden Tag eine Stunde festlegen, zu der sie für Dopingtests bereit stehen und außerdem für drei Monate im Voraus ihren täglichen Aufenthaltsort angeben. Internationale Stars wie die Tennisspieler Rafael Nadal und Andy Murray hatten die Neuerungen als unzumutbar bezeichnet. Leistungssportler hätten einen sehr geregelten Tagesablauf, deshalb sollte es für sie kein Problem darstellen, eine Stunde für etwaige Kontrollen anzugeben, meinte Schwab. Das überarbeitete Reglement sei außerdem seit Herbst 2007 bekannt.

"Die WADA hat das so entschieden, weil sich mit der alten Regelung viele Sportler Kontrollen entzogen haben. Ich sage, dass wir in Österreich mit diesem System sehr positiv arbeiten können", stellte Schwab klar, räumte aber auch ein, dass es für die Athleten "weniger angenehm ist als zuvor". Ein vernünftiger Anti-Doping-Kampf lasse jedoch keine Alternative zu. In Österreich sind 200 Sportler, die im nationalen Test-Pool erfasst sind, betroffen. Änderungen von Aufenthaltsdaten können diese bis zu zwei Stunden vorher per Email oder SMS durchführen bzw. von Betreuern durchführen lassen.

Bedenken von Rechtsexperten und Sportlern betreffend des Datenschutzes wollte Schwab nicht kommentieren. Hier seien Juristen am Wort, die sich derzeit mit dieser Thematik beschäftigen. (APA)

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