Frauen in der Radiologie

4. März 2009, 10:27
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Wichtigkeit der Früherkennung von Brustkrebs soll gepusht werden

Wien - Von 6.-10. März findet in Wien der 21. Europäische Radiologenkongress (European Congress of Radiology) statt. Frauen stehen nicht nur als Radiologinnen, sondern auch als Patientinnen im Vordergrund. Die Fortbildung von Radiologen in Frauen-relevanten Themen, wie zum Beispiel Brustkrebsscreening, Brustkrebs-Diagnostik und -Behandlung oder Untersuchungen in der Schwangerschaft beziehungsweise die Diagnose von gynäkologischen Tumoren, zieht sich unter dem Motto "Women in Radiology" durch das gesamte wissenschaftliche Programm des Kongresses. Aufgrund der Wichtigkeit der Thematik legt die Europäische Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology, ESR) einen dauerhaften Fokus auf Frauen und Frauen-Themen.


Verändertes  Berufsbild

Heutzutage stehen Frauen mit Brustkrebs verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, abhängig von Art, Stadium und Bösartigkeit ihrer Erkrankung, zur Verfügung. Mit verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten können Radiologenen nicht nur helfen, genau Diagnosen zu bestimmen, sondern auch die Patienteninnen der besten Behandlung zuzuführen und den Verlauf der Erkrankung festzuhalten. Die Rolle der Radiologen in der Behandlungsplanung hat sich in den letzten Jahren drastisch geändert - eingebunden in das klinische Team, und im Wissen was zum Beispiel der Operateur für etwaige Eingriffe benötigt, können sie den gesamten Behandlungsprozess lenken oder beschleunigen und Folgeschritte der Diagnose und Therapie im Vorhinein mit- und einplanen.

Je früher erkannt, desto bessere Chancen

Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanz sind weit verbreitete Untersuchungsformen für die Brustkrebserkennung. Da in Europa in der Praxis eher Organ- und nicht Technik-basiert gearbeitet wird, muss der moderne RadiologeIn zum Wohle seiner Patienteninnen in allen Modalitäten nach vorgegebenen Qualitätsstandrads geschult und erfahren sein. Empfohlen werden jährliche Vorsorgeuntersuchungen ab dem 40. Lebensjahr (bei verschiedenen Risikofaktoren schon früher). Jede neunte Frau in Westeuropa erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Chancen, die Brust zu erhalten und die Krankheit zu heilen. RadiologenInnen können dank moderner Technik heutzutage Brustkarzinome schon entdecken, bevor diese tastbar sind, was wiederum zu einer früheren Behandlung und deutlich verbesserten Heilungschance führt.

In der Vergangenheit waren chirurgische Eingriffe, die für die Patientinnen eine Operation bedeuteten, Standard. Die moderne Radiologie bietet heutzutage mit Bild-gesteuerten Nadelbiopsien eine sicher Alternative an und ermöglicht somit die Zahl von "unnötigen Operationen" deutlich zu senken. Diese Nadelbiopsien werden unter Verwendung von Ultraschall, Mammographie und MRT die die Verfahren der Wahl für die Beurteilung von Brusttumoren sind durchgeführt. Entscheidend für Patientinnen sind hier die Vorteile in der Diagnosesicherheit und die geringe Belastung durch minimal-invasive Eingriffe. (red, derStandard.at)

Kongress

Der European Congress of Radiology (ECR) ist das jährliche Treffen der European Society of Radiology (ESR), der am schnellsten wachsenden medizinischen Gesellschaft der Welt mit derzeit 44.500 Mitgliedern. Der ECR bringt jährlich 18.000 Teilnehmer aus ca. 100 Ländern nach Wien; die begleitende Industrieausstellung präsentiert 285 Aussteller auf 26.000 m2.

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    Brustkrebspatientinnen stehen verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten, abhängig von Art, Stadium und Bösartigkeit ihrer Erkrankung, zur Verfügung

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